Vorbemerkungen
Das ABSP geht allerdings weit über eine bloße Datensammlung und -bewertung hinaus. Es enthält eine Fülle von Zielen und Maßnahmevorschlägen, deren Umsetzung zur nachhaltigen Sicherung der Lebensansprüche der heimischen Pflanzen- und Tierarten erforderlich ist. Damit soll dem Ansatz „Naturschutz auf der ganzen Fläche“ und dem Aufbau eines landesweiten Biotopverbunds Rechnung getragen werden. Es wird der Weg hin zu einem aktiven Naturschutz gewiesen, der sich nicht darauf beschränkt, auf mögliche Beeinträchtigungen des Naturhaushalts zu reagieren. Gemäß dem Auftrag aus der bayerischen Verfassung richtet sich die Aufforderung zur Umsetzung der ABSP-Ziele nicht nur an Behörden, Kommunen und Verbände, sondern an alle Bürger.
Eine starke Verankerung in Politik und Recht hat das Thema „Arten- und Biotopschutz“ unter anderem durch:
- die Regierungserklärung von 1995 (s. StMUG ),
- einen Beschluss des Bayerischen Landtags vom 19. 3. 1996 zur Umsetzung des ABSP (s. Bayerischer Landtag , unter Drucksachennr. 13/04341),
- die Bayern-Agenda 21 (s. StMUG ),
- das Bayerische Naturschutzgesetz,
- und das Regierungsprogramm aus dem Jahr 1998 erfahren.
Die jeweiligen Konzepte und Planungen behalten dabei durchaus ihre Eigenständigkeit: Entscheidend ist vielmehr, dass diese einzelnen Ansätze einem gemeinsamen Ziel folgen.
Grundsätzlich sind zwei Wege der Umsetzung denkbar: zum einen die „Umsetzung im Alltag“, also die Realisierung von naturschutzfachlichen Zielen im Rahmen der verfahrensbezogenen täglichen Arbeit, zum anderen aber auch projektbezogen agierend mit Bündelung der Ziele und Prioritätensetzungen, die knappe Mittel gebieten.
Biotope pflegen, gefährdete Arten schützen, neue Lebensräume gestalten - so stellt sich der Naturschutz in den Medien dar, so sieht ihn erfreulicherweise auch die Mehrheit der Bevölkerung. Beseelt von Idealismus würde man gerne oft selbst Hand anlegen, die Hecke pflanzen, die Wiese mähen, den Tümpel ausbaggern. Doch die Hauptarbeit im Naturschutz besteht darin, um Verständnis für die tatsächlichen Bedürfnisse der Natur zu werben, Mitstreiter zu gewinnen und immer wieder mit vermeintlichen Gegnern das Gespräch zu suchen. Das Zwischenmenschliche entscheidet letztendlich noch vor den politischen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen, ob es gelingt, den Verlust an Arten und Biotopen zu bremsen. Dieser Gedanke soll sich durch die folgenden Kapitel ziehen.
Die hier zusammengestellten Hinweise für die Realisierung von Naturschutzprojekten zur Umsetzung von BayernNetz Natur sollen alle Interessierten dazu anregen, Naturschutzprojekte zu initiieren und erfolgreich umzusetzen. Angesichts des breiten Nutzerspektrums und der häufigen Änderungen, z. B. bei den einschlägigen Förderprogrammen, wurde bewusst darauf verzichtet, die Hinweise in gebundener Form herauszugeben. Sie liegen nur noch digital vor und sollen regelmäßig fortgeschrieben werden. In naher Zukunft wird dieser Leitfaden im Internet verfügbar sein und dort regelmäßig aktualisiert. Aktuelle Infos zur Umsetzung sind unter PAN verfügbar.
Die Ihnen hier vorliegende Auflage der Hinweise zur Realisierung von BayernNetz Natur-Projekten behandelt die Grundlagen der Projektabwicklung. Die einzelnen Abschnitte (Planung, Organisation, Finanzierung, Vermarktung, Öffentlichkeitsarbeit, Erfolgskontrolle) richten sich v. a. an Personen, die zum ersten Mal ein Naturschutzprojekt auf die Beine stellen wollen (vgl. auch die Check-Liste im Anhang. Dennoch kann wohl auch so mancher „Alte Hase“ noch neue Anregungen finden. In mehreren Anhängen sind Übersichten zu den einschlägigen Förder-programmen, Bezugsquellen von Arbeitsmaterialien etc. untergebracht.
Für Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sie erreichen uns unter:
Projektgruppe BayernNetz Natur
MR Dr. Rolf Helfrich
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit
Referat 65
Rosenkavalierplatz 2
81925 München
Tel. 089/9214-3249
E-mail: rolf.helfrich@stmug.bayern.de
Dipl.-Ing. Stefan Alsheimer
Dipl.-Ing. Nicole Bernhardt
Dipl.-Biol. Brigitte Henatsch
Dipl.-Ing. Reinhold Hettrich
Dr. Jens Sachteleben
Dipl.-Ing. Christine Simlacher
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH
Rosenkavalierplatz 10
81925 München
Tel. 089/9101545
E-Mail: info@pan-gmbh.com
Internet: www.pan-gmbh.com
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