Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  Januar 2016)
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Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

2.5 Zielkonzept

Der wichtigste Planungsschritt ist die Erstellung eines schlüssigen Zielkonzeptes. Leider wird diesem in vielen Projekten nicht diese Gewichtung beigemessen. Nach einer mehr oder weniger ausgedehnten Bestandserhebung schließt sich oft eine fachlich wenig fundierte und hinsichtlich ihrer Realisierungschancen schlecht durchdachte Maßnahmenplanung an. Häufig werden auch Ziele bzw. Zielzustände mit Maßnahmen verwechselt.

Bei der Erstellung des Zielkonzeptes sollten auch alle Projektbeteiligten wieder gehört werden, geht es doch um die Präzisierung bzw. Korrektur der ursprünglichen Zielformulierungen (s. Kap. 2.1).

Ausgehend von der Bestandsbeurteilung müssen aus den Ansprüchen der Ziel- bzw. Leitarten Zielvorstellungen entwickelt werden (vgl. Anhang). Die Zielvorstellungen sollten sich auf ökologisch funktionsfähige Teileinheiten (Biotope, Populationen) beziehen und insbesondere auch dynamische Entwicklungen und Sukzessionsabläufe berücksichtigen. Wesentlich ist außerdem, dass schon bei der Zielformulierung berücksichtigt wird, wie künftig notwendige Gestaltungs- und Pflegeeingriffe minimiert werden können.


Auf eine flächenscharfe Darstellung der Ziele kann in vielen Fällen verzichtet werden. I. d. R. genügt es, das Projektgebiet in logische Untereinheiten (kleinnaturräumlich) zu unterteilen und die Ziele für diese Untereinheiten festzulegen und darzustellen. Wichtig ist jedoch, dass die Zielaussagen so konkret sind, dass sich im Einzelfall (auf eine konkrete Fläche bezogen) mögliche Maßnahmen ableiten lassen.Ein Problem liegt häufig darin, dass die in naturschutzfachlichen Plänen festgelegten Ziele (und damit auch die Maßnahmen) sehr ambitioniert sind – in vielen Fällen handelt es sich um eine „Maximalplanung“, die alle denkbaren Aspekte berücksichtigt. In der Realität sind solche Pläne aber kaum vollständig realisierbar. Die Folge: Frust für die Projektmanager und die Akteure vor Ort. Daher sollten bei der Festlegung von Zielen und Maßnahmen auch ihre Machbarkeit berücksichtigt werden. Eine Alternative zur „Maximalplanung“ besteht darin, die Ziele und Maßnahmen entsprechend ihrer Umsetzungs-Prioritäten zu gewichten. Die Umsetzungs-Priorität kann sich dabei aus dem Abgleich verschiedener Kriterien ergeben, z. B. Machbarkeit (Flächenzugriff, Kosten) oder naturschutzfachliche Bedeutung des Zielobjektes (Art, Lebensraum).Mit dem Zielkonzept werden zum ersten Mal mehr oder weniger konkrete Flächenansprüche formuliert. Auf eine schlüssige und exakte kartographische Darstellung (Zielkarten) und Erläuterung der Ziele wie auch der daraus abgeleiteten Maßnahmen (s. Kap. 2.6) ist im Hinblick auf das erforderliche Wohlwollen der Betroffenen (Flächeneigner/-nutzer) besonderer Wert zu legen.troffenen (Flächeneigner/-nutzer) besonderer Wert zu legen.

 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe BayernNetzNatur:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Stefan Alsheimer), Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Rolf Helfrich)
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