Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  Januar 2016)
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Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

2.6 Maßnahmenplanung

Die flächenscharfe Formulierung bzw. Darstellung konkreter Maßnahmen ist dann sinnvoll, wenn sich die Ziele tatsächlich nur auf bestimmten Flächen verwirklichen lassen. In einzelnen Projekten kann es dagegen sinnvoller sein, für einen bestimmten Raum allgemeine quantitative Angaben zu machen (z. B. im Raum x sind auf y % der Flächen die Maßnahmen z durchzuführen). Das hat den Vorteil, in der eigentlichen Umsetzung flexibler zu sein.

Beispiel: Im Projektgebiet „Isental“ wurde auf eine flächenscharfe Darstellung notwendiger Maßnahmen im Wesentlichen verzichtet. Stattdessen wurde das Projektgebiet in fünf Bereiche aufgeteilt: Vier Zonen, die Niedermoorstandorte unterschiedlicher Bedeutung (Kern-, Rand- und Pufferflächen) umfassen, und eine Zone, die den Umgriff des Flusses abgrenzt. Für die einzelnen Zonen wurden Aussagen formuliert, die im Einzelfall eine flächenscharfe Aussage erlauben. Beispielsweise wurde die gewünschte Dichte von Flutmulden (Häufigkeit und maximaler Abstand) definiert. Je nach Flächenzugriff konnte dann entschieden werden, an welchem Standort tatsächlich Flutmulden entstehen sollen.

Für Flächen der öffentlichen Hand (im Eigentum von Landkreis, Gemeinde, Staat, Bezirk), bzw. Flächen, die der Kirche und den Naturschutzverbänden gehören, lohnt sich dagegen in der Regel eine flächenbezogene Maßnahmenbeschreibung, da die Maßnahmen hier am ehesten verwirklicht werden können.

Bei allen Aussagen zu Maßnahmen ist explizit darauf hinzuweisen, dass sie der Sichtweise des Projektplaners zum Zeitpunkt der Planung entsprechen und im Laufe des Projektes flexibel fortgeschrieben werden können und müssen.

Bei der Formulierung flächenscharfer Maßnahmen sind folgende Punkte zu beachten:



  • Fördermittel: In vielen Fällen können die Maßnahmen gefördert werden (s. Kap. 4.3). Die Abstimmung der Maßnahmenformulierung auf die einschlägigen Förderprogramme erleichtern die Antragstellung und die Mittelbewilligung.

  • Kosten: Angesichts begrenzter Fördermittel sollte es selbstverständlich sein, die kostengünstigsten Maßnahmenvarianten zu wählen, wenn es fachlich vertretbar ist. Ferner sollte in der Öffentlichkeit nicht der Eindruck entstehen, dass in einem Projekt Gelder verschleudert werden.

  • Einbindung Ortsansässiger: Die Maßnahmen sollen möglichst mit den ortsüblichen Fertigkeiten und Geräten durchgeführt werden können. Die Einbindung ortsansässiger Landwirte, Unternehmer, Ehrenamtlicher etc. fördert die Akzeptanz und trägt i. d. R. auch zur Kostendämpfung bei. Anfallendes Mähgut, Holz etc. soll möglichst in landwirtschaftliche Produktionskreisläufe integriert oder an Selbstwerber abgegeben werden.



Für die Darstellung flächenscharfer Maßnahmen empfiehlt sich bei standardisierten Maßnahmen, die ganze Flurstücke (oder größere Flurstücksteile) betreffen, ein Maßnahmenplan im Maßstab 1:5.000 oder 1:10.000. Für komplexe Situationen sollten großmaßstäbliche Detailpläne angefertigt werden. Sie sollten, neben einer exakten Maßnahmendarstellung, auch Einträge von Geländemarken (Bäume, Gebäude, Straßen, Wege, Strommasten etc.) enthalten, die dem Ausführenden die Orientierung auf der Fläche erlauben. Handliches Format und wasserfeste Ausführung der Detailpläne sind oft wichtiger als perfekte grafische Darstellung.

 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe BayernNetzNatur:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Stefan Alsheimer), Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Rolf Helfrich)
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