Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  Februar 2017)
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Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

3.1 Trägerschaft

Die Festlegung der Trägerschaft bildet die entscheidende Basis für den Start eines Projektes. Der Träger muss bereit sein, im Projekt die Verantwortung und den finanziellen Eigenanteil zu übernehmen (Höhe je nach Förderprogrammen, vgl. Kap. 4.3). Bayernweit werden derzeit verschiedene Modelle praktiziert (s. Abb. 2):

 

Abb. 2: Trägerschaften in größeren Naturschutzprojekten in Bayern in der Umsetzungsphase (unter Berücksichtigung kombinierter Trägerschaften, Stand: Februar 2008)

 
 

In vielen Fällen haben Landkreise oder Gemeinden die Trägerschaft übernommen. Inzwischen besteht jedoch bei vielen Landkreisen nur noch eine geringe Bereitschaft, bei einem neuen Projekt die Trägerschaft zu übernehmen. Das gilt auch für die Gemeinden, die bisher vor allem im Rahmen der Umsetzung von Landschaftsplänen als Träger aufgetreten sind. Landschaftspflegeverbände sind in der Regel als Träger sehr gut geeignet, wenn mindestens eine Fachkraft angestellt ist, die die Koordination übernimmt. Berücksichtigt man, dass auch Landschaftspflegeverbände in der Regel maßgeblich durch Kommunen kofinanziert werden, ist festzustellen, dass Kommunen in den meisten Fällen als Träger von Naturschutzprojekten auftreten. In Einzelfällen übernehmen auch Naturschutzverbände die Trägerschaft. Deren finanzieller Spielraum ist jedoch für umfangreichere Projekte in der Regel zu gering. Insbesondere in Projekten, in denen die Organisation eine größere Rolle spielt als die Kofinanzierung, sind jedoch Naturschutzverbände als Träger sehr gut geeignet. Als weitere Institutionen kommen z. B. Naturparkvereine oder andere Zweckverbände in Frage.



Neben den unteren Naturschutzbehörden sind die Landschaftspflegeverbände (weitere Informationen) wichtige Institutionen zur Umsetzung von Projekten – für die Trägerschaft wie für die Projektkoordination (vgl. Abb. 2). Durch die Drittelparität im Vorstand mit Vertretern von Kommunalpolitik, Landwirtschaft und Naturschutz werden die projektentscheidenden Kräfte gebündelt und integriert.



Im Auftrag des Bayerischen Staatministeriums für Umwelt und Gesundheit hat der Deutsche Verband für Landschaftspflege bisherige Erfahrungen und Perspektiven der Landschaftspflegeverbände in Bayern zusammengetragen (Bezug: Deutscher Verband für Landschaftspflege, s. Anhang). Einige wesentliche Erkenntnisse dieser Studie sind:

 

  • In Bayern bestehen derzeit 56 Landschaftspflegeverbände (Stand: Februar 2017). Ansprechpartner ist die Koordinierungsstelle des DVL in Bayern, Adressen und Homepage unter LPV.

  • Der durchschnittliche Umsatz pro Pflegeverband lag für das Jahr 2003 bei ca. 180.000 € – allerdings mit großen Unterschieden zwischen den einzelnen Verbänden. Die wichtigsten Finanzquellen sind bzw. waren Förderprogramme des Landwirtschafts- und des Umweltministeriums. Das KULAP C als wichtigste Finanzquelle des Landwirtschaftsministeriums für Landschaftspflegemaßnahmen wurde im Januar 2004 ausgesetzt.

  • Landkreise und Gemeinden finanzieren die Pflegeverbände durch Mitgliedsbeiträge und kommunale Zuschüsse zu rund 30 %.

  • Landschaftspflegeverbände führen – bei geeigneten Rahmenbedingungen – zu einer deutlichen Steigerung der durchgeführten Landschaftspflegemaßnahmen. Gleichzeitig können sie Maßnahmen anregen und Strategien verfolgen, die weit über die Belange des Naturschutzes hinausgehen, z. B. durch die Initiierung regionaler Wirtschaftskreisläufe (vgl. auch Kap. 5).

  • Eine wichtige Funktion dieser Verbände ist die Zusammenarbeit mit Fachbehörden und Landwirten. Insbesondere das Verhältnis zwischen Landwirten und Naturschutzverbänden hat sich durch die Arbeit von Landschaftspflegeverbänden deutlich verbessert.

  • Mindestens eine hauptamtliche Fachkraft hat sich als Voraussetzung für eine effektive Arbeit der Landschaftspflegeverbände als sinnvoll und notwendig erwiesen. Diese soll zudem durch eine Verwaltungskraft oder nutzbare Kapazität einer vorhandenen Verwaltung unterstützt werden.



Eine interessante, wenn auch nicht einfache Alternative besteht darin, für die Übernahme der Trägerschaft eine eigenständige Institution zu gründen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Stiftung Kulturlandschaft Günztal, die nicht nur als Träger fungiert, sondern als Stiftung auch die Finanzierung auf eigene Beine stellt.




 



 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe BayernNetzNatur:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Stefan Alsheimer), Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Rolf Helfrich)
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