Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  September 2016)
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Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

4.2 Finanzierung der Projektbetreuung

Die Finanzierung der Kosten eines Projektbetreuers zählt zu den schwierigsten Aufgaben bei der Organisation eines Projektes. Absolventen des freiwilligen ökologischen Jahres oder des Bundesfreiwilligendienstes und Praktikanten (z. B. im Landkreis Forchheim) können als zusätzliche Hilfskräfte in ein Projekt eingebunden werden. Unter Ökojobs befindet sich im Internet eine entsprechende Jobbörse. Die Kosten für Zivildienstleistende und Absolventen des freiwilligen ökologischen Jahres betragen derzeit ca. 4.600 bis 6.000 €/Jahr (ohne Dienstwohnung). Ein Beispiel für ein Anforderungsprofil und die Aufgaben der Projektbetreuung befindet sich im Anhang.

 

In Bayern werden folgende Finanzierungsmöglichkeiten ausgeschöpft:



  • In Verbindung mit konkreten Umsetzungsmaßnahmen können über das Landschaftspflege- und Naturparkprogramm Betreuungskosten bis zu 70 % (im Rahmen von LEADER oder INTERREG ebenfalls bis zu 85 %) gefördert werden, wenn diese über einen Trägerverein (Naturschutz-, Landschaftspflegeverbände, Naturparkvereine) beantragt werden, und die Kosten der Vorbereitung und Durchführung von Landschaftspflegemaßnahmen dienen. In fachlich begründeten Fällen können Aufwendungen für Vorbereitung und Begleitung von Maßnahmen auch gegen Einzelnachweis der Aufwendungen gefördert werden.

  • Die Verwaltung von Naturparkvereinen kann gegen Vorlage des jährlichen Arbeitsprogramms in Abhängigkeit von der Naturparkgröße mit einer jährlichen Verwaltungskostenpauschale in Höhe von maximal 20.000 €/Jahr gefördert werden.

  • Neu gegründete Landschaftspflegeverbände können alternativ für die Vorbereitung, Betreuung und Abwicklung von Maßnahmen bei Vorlage und Durchführung eines ein- oder mehrjährigen Arbeitsprogramms in den ersten zwei Jahren nach Gründung entsprechend der von ihnen betreuten Gebietsfläche auf Antrag pauschal 0,30 €/ha erhalten.

  • Nach einem Modell der Regierung von Mittelfranken können bislang vorbehaltlich verfügbarer Mittel auch Betreuungsverträge abgeschlossen werden. Dabei wird der Aufwand, der im Rahmen der Projektbetreuung und -koordination sowie bei der Vorbereitung von Vertragsabschlüssen nach dem Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm und dem Erschwernisausgleich entsteht, voll erstattet. Jährlich müssen Aufwand und Unkosten nachgewiesen und ein Bericht erstellt werden.

  • Im Rahmen verschiedener Programme ist auch eine (Ko)finanzierung von Betreuungskosten vorgesehen. Es sind dies die Förderprogramme (vgl. Tab. 2):
    - LIFE
    - Naturschutzgroßvorhaben
    - Bundesförderprogramm Biologische Vielfalt und
    - E+E-Vorhaben des BMU LEADER+
    Auch im Rahmen einer Förderung durch den Naturschutzfonds sind Betreuungskosten förderfähig.
    Dabei sind grundsätzlich 2 Wege möglich:
    - Im Normalfall werden Zuschüsse für die Projektbetreuungskosten im Rahmen von größeren Projekten beantragt. Der Regelfördersatz beträgt 50 %, u. U. ist eine Förderung bis zu 75 % (+ 10 % für Verbände) möglich.
    - Im Einzelfall kann die Projektbetreuung auch gesondert beantragt werden, muss dann aber besonders begründet werden. Die Erfolgsaussichten entsprechender Anträge sind erfahrungsgemäß gering.

  • Da es sich bei der Umsetzung von Projekten in der Regel um zusätzliche öffentliche Aufgaben handelt, kommt grundsätzlich auch eine Beschäftigung einer Kraft über ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen) in Frage (Details). Dem Träger von ABM wird eine pauschalierte Förderung nach der Art der Tätigkeit ersetzt und liegt zwischen 900 und max. 1.300 € je Arbeitskraft und Monat. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist auf max. 12 Monate (in Ausnahmefällen 24 Monate bzw. 36 Monate bei über 55-Jährigen) beschränkt.

  • Kommunen, gemeinnützige Vereine oder Verbände können im Rahmen von sog. 1 €-Jobs ("Arbeitsgelegenheiten" im offiziellen Sprachgebrauch) Arbeitslose für gemeinnützige Zusatztätigkeiten anstellen. Für die "Mehraufwandsentschädigungen" erhalten sie von der Bundesagentur für Arbeit einen pauschalen Zuschuss von bis zu 500 €/Monat; Sozialabgaben sind dafür nicht zu entrichten. Die Betroffenen erhalten einen Lohn von 1 bis 2,50 €/h zusätzlich zum ALG II. Die Beschäftigung soll zwischen 15 und 30 Wochenstunden liegen und die Dauer ist i.d.R. auf 3-12 Monate befristet. Die Stelle ist vorab bei der Bundesagentur für Arbeit zu beantragen.

 

Insbesondere bei größeren Naturschutzprojekten ist es äußerst hilfreich, neben Personalmitteln und Geldern für Maßnahmen im Sinne des Naturschutzes ausreichend Mittel für Öffentlichkeitsarbeit und sonstige Sachausgaben zur Verfügung zu haben. Dies sollte bei entsprechenden Anträgen berücksichtigt werden (Faustregel: 10–20 % der Personalkosten). Im Anhang befinden sich dazu Kalkulationshilfen für die Berechnung von Managementkosten in BayernNetz Natur-Projekten.

 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe BayernNetzNatur:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Stefan Alsheimer), Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Rolf Helfrich)
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