Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  Februar 2017)
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Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

4.3.4 Bundesförderprogramme

 


Naturschutzgroßvorhaben

Grundlage:
Richtlinien zur Förderung der Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung einschließlich der Förderung von Gewässerrandstreifen (Förderrichtlinien für Naturschutzgroßprojekte) vom 28. Juni 1993.
Die Förderrichtlinien werden derzeit überarbeitet, die Vorgaben des BfN sind daher noch nicht eindeutig fixiert. Bis Ende 2007 lief eine sog. "Optimierungsphase", in der neue Ansätze erprobt wurden. Im Zuge dessen erfolgte die Ausschreibung des bundesweiten Wettbewerbs "IDEE.NATUR – Zukunftspreis Naturschutz", in dem die 10 überzeugendsten Idenskizzen prämiert wurden.

Gegenstand der Förderung:
Ziel des Programms ist es, großflächige aus nationaler Sicht bedeutsame Lebensräume langfristig zu sichern. Aus diesem Grund liegt der Förderschwerpunkt beim Flächenankauf.
Förderfähig sind aber auch langfristige Pacht, sog. "biotopeinrichtende und biotoplenkende Maßnahmen", die im Rahmen des Projektes notwendigen Planungen und die Kosten für die Projektbetreuung. Ausgleichszahlungen sind nur für einen beschränkten Zeitraum und im Rahmen von Gewässerrandstreifenprojekten möglich.

Zuwendungsempfänger:
Natürliche und juristische Personen mit Ausnahme der Länder.

Förderhöhe:

Grundsätzlich ist eine Förderung durch den Bund bis zu 75 % möglich. Aktuell wurden in Bayern nur 65 % gewährt. Der Träger muss mindestens einen Anteil von 10 % übernehmen. Den Rest muss das Land aufbringen. Aufgrund eines Ministerratsbeschlusses ist es nur möglich, den Landesanteil entweder aus Mitteln der Wasserwirtschaftsverwaltung oder aus dem Bayerischen Naturschutzfonds zu bestreiten.

Fördervolumen:
ca. 20 Mio. € im Jahr (Stand: 2005).

Gebietskulisse:
aus Bundessicht national bedeutsame Gebiete

Antragsunterlagen:
Da der eigentliche Projektantrag sehr umfangreich ist (i. d. R.. 80–150 S., Erstellung dauert i. d. R.. 1/2 bis 3/4 Jahr) hat sich die Formulierung von Voranträgen bewährt, in denen in Kürze die wichtigsten Punkte dargestellt sind. Dieser wird (wie der eigentliche Antrag) über höhere und oberste Naturschutzbehörden an das Bundesamt für Naturschutz geschickt, welches für die Abwicklung des Programms zuständig ist. Hier gibt es Empfehlungen zur Erstellung einer Projektskizze. Aufgrund des hohen Aufwandes (Dauer von Beginn der Erstellung des Vorantrages bis zum Beginn des Projektes i. d. R.. 2–3 Jahre !) sollten folgende Fragen frühzeitig geklärt werden:



  • Ist das Projekt sowohl bezüglich des Arteninventars als auch hinsichtlich der Flächenausdehnung national bedeutsam?

  • Lässt sich die Forderung des Bundes, alle Kernflächen als Naturschutzgebiet auszuweisen, politisch durchsetzen? Hat die betroffene höhere Naturschutzbehörde dafür die erforderliche Arbeitskapazität? Diese Forderung wurde in der aktuellen Optimierungsphase zwar abgeschwächt, gilt aber grundsätzlich noch.

  • Ist der bayerische Anteil der Finanzierung gesichert?

  • Bei öffentlichen Trägern: ist die politische Bereitschaft vorhanden, den Eigenanteil aufzubringen?


Nach der Erstellung des Vorantrages führt das Bundesamt für Naturschutz eine Bereisung durch. Wird der Vorantrag dann positiv bewertet, wird in aller Regel auch der eigentliche Antrag bewilligt. Im Rahmen der Projektabwicklung ist künftig die Trennung in zwei Förderphasen zwingend: In der ersten Phase wird nicht nur der PEPL erstellt (inkl. sozioökonomischer Analyse, die ebenfalls vorgeschrieben wird), sondern auch die Akzeptanz des Projektes bei Kommunen, Behörden, Verbänden und der Bevölkerung im Rahmen einer externen Moderation geprüft. Nur wenn diese gegeben ist, wird die zweite Förderphase bewilligt.
Aufgrund des mit der Antragstellung verbundenen hohen Aufwandes empfiehlt sich die Einbeziehung der Projektgruppe BayernNetz Natur, die im Auftrag des StMUV Antragsteller unterstützen kann und über weitreichende Erfahrung verfügt.


Beispiele:
In Bayern wurden bzw. werden bisher folgende Projekte gefördert:
− Zinnbach (abgeschlossen; Landkreis HO)
− Hohe Rhön/Lange Rhön (abgeschlossen; Landkreise NES, KG)
− Regentalaue (abgeschlossen, Landkreis CHA)
− Murnauer Moos (Landkreis GAP)
− Mündungsgebiet der Isar (abgeschlossen, Landkreis DEG)
− Waldnaabaue (Landkreis TIR)
− Altmühlleiten (Landkreise EI, KEH, WUG)
– Allgäuer Moorallianz (Landkreise LI, OA, OAL, Städte KE, KF).

 

 


E+E-Vorhaben

Grundlage:
Richtlinien des Bundesministers für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zur Förderung von Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege vom 16. Dezember 1987.

Gegenstand der Förderung:

Dieses Programm hat wissenschaftliche und investive Schwerpunkte. Förderfähig sind insbesondere Projekte, in denen Ideen bzw. wissenschaftliche Erkenntnisse in die naturschutzfachliche Praxis umgesetzt, dabei erprobt und verifiziert werden. Von den E+E-Vorhaben soll eine bundesweite Anstoßfunktion ausgehen (vgl. Anhang).

Zuwendungsempfänger:
natürliche und juristische Personen mit Ausnahme der Länder

Förderhöhe:
Die Ausgaben für Voruntersuchungen und die wissenschaftliche Betreuung werden zu 100 % vom Bund übernommen. Für die übrigen Maßnahmen (Anschaffung von Wirtschaftsgütern, Erwerb unbeweglicher Sachen, z. B. Flächenankauf, Pacht und Betriebsausgaben) beträgt der Regelfördersatz des Bundes 66 2/3 %. Im Rahmen einer Fehlbedarfsfinanzierung (Kofinanzierung z. B. durch den Naturschutzfonds) ist eine Gesamtförderung bis zu 90 % denkbar.

Fördervolumen:
ca. 6 Mio. € pro Jahr (Stand: 2005)

Gebietskulisse:
keine

Antragsunterlagen:
Prinzipiell kann ein Antrag direkt an das Bundesamt für Naturschutz gerichtet werden. Wird jedoch eine Kofinanzierung beispielsweise durch den Naturschutzfonds gewünscht, ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz unabdingbar. Aus Mittelknappheit wurden in letzter Zeit seitens des Bundes häufig Voruntersuchungen und Hauptprojekt getrennt, so dass während der Voruntersuchungen noch keine Klarheit darüber bestand, ob das eigentliche Projekt auch durchgeführt werden konnte. Hier gibt es Hinweise zur Antragsstellung.
Aufgrund des mit der Antragstellung verbundenen hohen Aufwandes empfiehlt sich die Einbeziehung der Projektgruppe BayernNetz Natur, die im Auftrag des StMUV Antragsteller unterstützen kann und über entsprechende Erfahrung verfügt.


Beispiele:
Folgende E+E-Vorhaben wurden bzw. werden durchgeführt:
− Aufbau reichgegliederter Waldränder in Mittelfranken (abgeschlossen, Landkreis AN)
− Informationseinheit "Naturschutz" mit Medienpaket
− Schwarzachaue (abgeschlossen, Landkreis RH)
− Leitbilder für die Entwicklung von Mittelgebirgslandschaften in Deutschland am Beispiel der Hersbrucker Alb (Landkreis LAU)
− Entwicklung der Heiden im Norden von München (abgeschlossen, Landkreise FS u. M)
− Schlangen im Lechtal (abgeschlossen, Landkreise DON, AIC, LL u. Stadt A)
− Maßnahmen zum Schutz der Bachmuschel (Unio crassus) (abgeschlossen, Landkreise BT u. FO)
− Bestandsaufnahme Grünes Band (abgeschlossen, ehemalige innerdeutsche Grenze).

 

 


Bundesprogramm Biologische Vielfalt


Grundlage:
Richtlinien des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zur Förderung von Maßnahmen im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt vom 27. November 2015.


Gegenstand der Förderung:
Gefördert werden Vorhaben zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, um den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Der Förderschwerpunkt liegt auf den Bereichen:


– Arten in besonderer Verantwortung Deutschlands,
– Hotspots der biologischen Vielfalt in Deutschland,
– Sichern von Ökosystemdienstleistungen und
– weitere Maßnahmen von besonderer repräsentativer Bedeutung für die Strategie.


Förderfähig sind u.a. neben Flächenankauf oder Pacht, das für die Vorhabensdurchführung erforderliche Personal oder Planungsleistungen sowie Maßnahmen der Information und Kommunikation, die dazu beitragen, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.


Zuwendungsempfänger:
Zuwendungsempfänger können natürliche oder juristische Personen mit Sitz bzw. Geschäftsbetrieb in der Bundesrepublik Deutschland sein (z.B. gemeinnützige Organisationen, Verbände, Stiftungen, kommunale Gebietskörperschaften, Zweckverbände, Privatpersonen, Unternehmen). Nicht antragsberechtigt ist das Land Bayern.


Förderhöhe:
Grundsätzlich ist eine Förderung durch den Bund bis zu 75 % möglich. In begründeten Ausnahmefällen kann der Förderbeitrag erhöht werden. Der Anteil des Trägers beträgt mindestens 10 %, die auch in nicht-monetärer Form eingebracht werden können. Allerdings darf deren Höhe nicht den monetären Anteil übertreffen.


Fördervolumen:
ca. 15 Mio. € im Jahr


Gebietskulisse:
Eine Gebietskulisse besteht nur für Projekte, die über den Schwerpunkt Hotspot-Gebiete gefördert werden. Im Allgemeinen besteht der Grundsatz, dass die Projektumsetzung in der Bundesrepublik Deutschland erfolgen muss.


Antragsunterlagen:
Anträge auf Gewährung einer Zuwendung sind beim BfN einzureichen. Voraussetzung für die Antragstellung ist die vorherige Einreichung einer Projektskizze beim BfN. Vorlagen zum Antrag und weitere Informationen stehen im Internet zur Verfügung.

 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe BayernNetzNatur:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Stefan Alsheimer), Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Rolf Helfrich)
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