Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  März 2017)
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Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

4.3.5 Förderung durch die EU

 


LIFE

Grundlage:
Verordnung (EWG) Nr. 1293/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates

Gegenstand der Förderung:
LIFE umfasst zwei Teilprogramme:



  • "Umwelt" mit folgenden Schwerpunktbereichen: Umwelt und Ressourceneffizienz (1), Natur und Biodiversität (2), Verwaltungspraxis und Information im Umweltbereich (3)

  • "Klimapolitik" mit folgenden Schwerpunktbereichen: Klimaschutz (1), Anpassung an den Klimawandel (2), Verwaltungspraxis und Information im Klimabereich.


 


Neben den traditionellen Projekten (wie in vorherigen Jahren) werden weitere Projekttypen gefördert:



  • integrierte Projekte – Projekte, die auf Umsetzung der großräumigen Plänen und Strategien im Rahmen der EU ausgerichtet sind,

  • Vorbereitungsprojekte – Projekte zur Unterstützung der Naturschutz- und Klimapolitik der EU,

  • "Capacity building"- Projekte – Maßnahmen zur Verbesserung der Kapazitäten in den einzelnen Mitgliedstaaten mit dem Ziel deren Teilnahme im LIFE-Förderungsprogramm zu erhöhen.


 


Das Teilprogramm „Umwelt“ – Schwerpunktbereich „Natur und Biodiversität“ soll zur Umsetzung der FFH- und der EG-Vogelschutzrichtlinie beitragen. Gefördert werden Vorhaben mit Anstoßcharakter und von gemeinschaftsweitem Interesse zur Erhaltung und Wiederherstellung stark bedrohter Lebensräume mit gefährdeten Arten sowie Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung von Arten und Lebensräumen von gemeinschaftlichem Interesse (Übersicht zu Anhangs-Arten und Lebensräume).
Förderfähig sind vor allem der Flächenankauf, aber auch Erstpflegemaßnahmen u.ä.. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen nicht durch andere durch die EU kofinazierte Programme gefördert werden können.

Zuwendungsempfänger:
alle natürlichen juristischen Rechtspersonen

Förderhöhe:
Der Fördersatz der EU beträgt 60 % und kann bei Ausrichtung des Projekts auf prioritäre Arten und Lebensräume bei 75 % liegen. Für den verbleibenden Teil ist eine Kofinanzierung durch den Naturschutzfonds denkbar. Teilweise (z. B. im Projekt "Südlicher Chiemgau") wurden vom Naturschutzfonds 33 % der Kosten übernommen, bei den neueren Projekten beträgt der Förderanteil des Naturschutzfonds 10-20 %, so dass beim Träger 20-30 % verbleiben. Ab 2018 fallen nationale Allokationen der Finanzmittel weg - die bayerische Projektanträge werden sich in der europaweiten Konkurrenz durchsetzen müssen.

Fördervolumen:
3,46 Mrd. € für alle EU-Staaten für den Zeitraum von 2014 bis 2020.

Gebietskulisse:
Die Gebietskulisse wird für
Projekte im Rahmen des Teilprogrammes „Umwelt“ – Schwerpunktbereich „Natur und
Biodiversität“ wie folgt eingeschränkt:
− Das Projektgebiet umfasst offiziell gemeldete FFH-Gebiete und "special protected areas" gemäß der EGVogelschutzrichtlinie (SPA)
− Es sind in der Habitat- bzw. Vogelschutzrichtlinie genannte Arten und/oder Lebensräume vorhanden (siehe FFH-RL Anhang 1 und Anhang 2, 4 & 5 und SPA-RL), insbesondere prioritäre Arten und Lebensräume.

Weitere Informationen und Antragsunterlagen:

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

offizielle Antragsunterlagen



Aufgrund des mit der Antragstellung verbundenen hohen Aufwandes empfiehlt sich die Einbeziehung der Projektgruppe NaturVielfaltBayern, die im Auftrag des StMUV Antragsteller unterstützen kann und über weitreichende Erfahrung verfügt.

Beispiele:
Folgende Projekte (Auswahl) werden bzw. wurden beispielsweise über LIFE gefördert; eine vollständige Übersicht der LIFE-Projekte findet sich auf den Seiten des Umweltministeriums:

− Rhön (Landkreise KG, NES),
− Weinberge und Streuobst auf Muschelkalk (Landkreise MSP, WÜ, KG),
− Benninger Ried (Landkreis MN),
− Südlicher Chiemgau (Landkreise RO, TS),
− Große Rohrdommel (Landkreis SAD),
− Rosenheimer Stammbeckenmoore (Landkreis RO),
− Schwäbisches Donautal (Landkreise DLG, DON, GZ).

 

 


LEADER

Grundlage:

Einheitliches Programmplanungsinstrument zur Durchführung der EU-Gemeinschaftsinitiative LEADER im Freistaat Bayern für den Zeitraum 2014 bis 2020/23 (StMELF vom Oktober 2016, Az. E3-7020.2-1/572). Für den Förderzeitraum 2014-2020/23 läuft das derzeitige Programm (s. Förderrichtlinie).

Gegenstand der Förderung:

LEADER ist ebenfalls ein Förderprogramm im Rahmen der EU-Strukturförderung zur Stärkung strukturschwacher ländlicher Räume. Auch durch LEADER sollen in erster Linie Projekte mit innovativem Charakter gefördert werden.
Förderfähige Maßnahmengruppen sind grundsätzlich alle in der ELER-Verordnung genannten Fördertatbestände. Nach derzeitigem Kenntnisstand werden naturschutzrelevante Maßnahmen vorwiegend über andere bestehende Programme (z. B. Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien) abgewickelt, von daher ist LEADER für die Naturschutzarbeit weniger interessant.

Zuwendungsempfänger:
Lokale Aktionsgruppen (Gruppierungen von Partnern aus unterschiedlichen sozioökonomischen Bereichen des jeweiligen Gebietes. Wirtschafts- und Sozialpartner sowie Verbände müssen mindestens 50 % der Entscheidungsträger bilden) sowie im Gebiet einer LAG ansässige oder zuständige Körperschaften, Verbände etc.

Lokale Aktionsgruppen (LAG) haben für LEADER eine Lokale Entwicklungsstrategie (LES) aufzustellen, das die geplanten Ziele und Strategien beschreibt und Aussagen zu deren Finanzierung trifft. Das Konzept muss ein Auswahlverfahren durchlaufen, bevor Aktionen und Projekte in eine Förderung aufgenommen werden können. Das Auswahlverfahren wurde Juni 2014 eröffnet und im März 2015 mit der Auswahl der geförderten LEADER-Regionen abgeschlossen. Die Zahl der LAGs beträgt derzeit 68 (Stand 04/2016).

Förderhöhe:
Die Förderung ist weitgehend an bestehende Programme gebunden. Der Kofinanzierungssatz beträgt bis zu 50%, bei Kooperationsprojekten bis zu 70 % (siehe Förderwegweiser).

Fördervolumen:
In der aktuellen Förderperiode (2014-2020) für Bayern ca. 111 Mio. € (EU-Mittel und nationale Kofinanzierungsmittel)

Gebietskulisse:

LEADER: alle ländlichen Gebiete. Die Kulissen sind häufig identisch mit einem Landkreis, die Einwohnerzahl sollte zwischen 60.000 und 150.000 Einwohnern liegen (in Ausnahmefällen auch mehr).

Antragsunterlagen:
Die Antragsformulare und Merkblätter stehen auf der Seite des Landwirtschaftsministeriums zur Verfügung. Die Antragstellung wird von dem zuständigen LEADER-Manager koordiniert.

Beispiele:
Bisher wurden z. B. folgende naturschutzrelevante LEADER-Projekte gefördert:
− Auerbergland (Landkreise OAL, WM)
− Donaumoos: Haus im Moos (Landkreis ND)
− Arbeitsgemeinschaft Obere Vils–Ehenbach (Landkreis AS)
− Jura 2000 (Landkreise EI, NM)
− Obere Altmühl (Landkreis AN)
− Haus der Schwarzen Berge (Landkreise NES, KG)
− Kulturlandschaft Riesrand (Landkreis DON).

 

 


Europäischer Strukturfonds (EFRE), Ziel „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“


Grundlage:
Die neuen Programme im Rahmen des Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ in der Strukturfonds-Förderperiode 2014-2020 bauen auf den Vorgänger-Programmen auf. Unterschieden werden drei Programmschwerpunkte, wobei vor allem die folgenden beiden für Naturschutzprojekte interessant sind:
− Teil A „Grenzübergreifende Zusammenarbeit“ (INTERREG V A), der die Förderung grenzübergreifende Zusammenarbeit in den Grenzregionen Bayern-Tschechien, Bayern-Österreich und Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein fördert.
− Teil B „Transnationale Zusammenarbeit“ (INTERREG V B), der die Zusammenarbeit in vier mitteleuropäischen Regionen unterstützt, wobei hier für den Naturschutz insbesondere der Alpenraum und Donauraum von Bedeutung sind.


Gegenstand der Förderung:
Die förderfähigen Maßnahmen unterscheiden sich in den jeweiligen Programmschwerpunkten, im Allgemeinen kommen in Frage:
− Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Umwelt- und Naturschutz (z. B. Maßnahmen zum Arten- und Biotopschutz, Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerökosysteme, Maßnahmen zum Aufbau und zur Weiterentwicklung von Schutzgebieten, Maßnahmen zur Renaturierung)
− Aus- und Neubau von grenzübergreifenden Umwelt- und Naturschutzeinrichtungen und Aufbau von entsprechenden Institutionen und Organisationen
− Umweltmanagement, Umweltbildung, Umweltinformation und Umweltmonitoring
− Förderung der grenzübergreifenden Entwicklung des ländlichen Raumes (z. B. integrierte ländliche Entwicklung, Dorfentwicklung, Landschaftspflege)
− Grenzübergreifende Studien und Konzepte.

Zuwendungsempfänger:

keine Einschränkungen

Förderhöhe:

Der Maximalfördersatz differiert von Programm zu Programm. Bei INTERREG V A Bayern-Österreich beträgt dieser 75 %, bei Bayern-Tschechien max. 85 % sowie bei Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein bis zu 60 % (in Sonderfällen bis zu 70 %). INTERREG V B wird mit bis zu 85 % gefördert.


Fördervolumen:
Über den größten Fördermitteltopf verfügt INTERREG V A („Grenzübergreifende Zusammenarbeit") mit einem EU-Anteil von 6,6, Mrd. Euro. Dabei entfallen auf die Förderpriorität „Umweltschutz & Ressourceneffizienz“ 16,7 Mio. Euro (Bayern-Österreich) bzw. 39,7 Mio. Euro (Bayern-Tschechien).
Im INTERREG V B stehen bis zum Jahr 2020 für den Alpenraum ca. 116,6 Mio. Euro EU-Fördermittel für alle Förderbereiche zur Verfügung, für den Donauraum beziffert sich die EU-Fördersumme auf ca. 202 Mio. Euro.


Gebietskulisse:
Das Programm fördert die grenzübergreifende Zusammenarbeit mit anderen EU-Mitgliedstaaten bzw. Nicht-Mitgliedstaaten (z.B. die Schweiz). Die Förderkulissen der einzelnen Gebiete finden sich auf der Programmseite des bayerischen Wirtschaftsministeriums.

Antragsunterlagen:
Basis für die Förderung sind ebenfalls operationelle Programme, die vom Freistaat Bayern formuliert und von der EU-Kommission genehmigt werden. Die naturschutzrelevanten Projekte werden von den höheren Naturschutzbehörden bzw. dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz koordiniert. Die Antragsstellung ist jährlich, nach einem sog. Aufruf für Projektanträge („call for project proposals“), möglich.

Beispiele für INTERREG:
− Projekt ELNOS (grenzüberschreitendes integratives ökologisches und technisches Nutzungskonzept)
− Ökomodell Achental/Leukental (Bayern-Tirol)
− Buckelwiesenprojekt der Gemeinden Mittenwald und Leutasch (Bayern-Tirol)
− Georgenberg (Bayern-Tschechien)
− Vom Rofan zum Mangfalltal (Bayern-Tirol).

 

 


Europäischer Strukturfonds (EFRE), Ziel „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“


Grundlage:
Der EFRE-Strukturfonds ist ein Instrument zur Umsetzung der „Europa 2020-Strategie“, die von der EU verabschiedet wurde. Das Ziel „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ der Förderperiode 2014-2020 konzentriert sich auf fünf Förderbereiche, wobei aus naturschutzfachlicher Sicht insbesondere die Schwerpunkte „Klimschutz“ und „Hochwasserschutz“ von Belang sind; mit Abstrichen auch die Förderung von Grün- und Erholungsanlagen beim Schwerpunkt „Nachhaltige Entwicklung funktionaler Räume“.



Gegenstand der Förderung:

Mögliche Maßnahmen sind:
– Moorrenaturierungen (Klimaschutz)
– Hochwasserschutzmaßnahmen, z.B. Auen- und Gewässerrenaturierungen (nur an Gewässern 1. Ordnung)
– Grün- und Erholungsanlagen, z.B. Gehölz- und Gewässerstrukturen (Voraussetzung ist ein Konzept für „Integrierte räumliche Entwicklungsmaßnahmen“)


Zuwendungsempfänger:
keine Einschränkungen

Förderhöhe:

Der Maximalfördersatz beträgt 50 %.


Fördervolumen:
Moorschutz: ca. 12 Mio. Euro im Förderzeitraum 2014-2020


Gebietskulisse:
Die Förderkulisse unterteilt sich in Schwerpunktgebiete und sonstige Fördergebiete; 60 % der Fördermittel sind dabei für die Schwerpunktgebiete bestimmt.

Antragsunterlagen:
Basis für die Förderung sind ebenfalls operationelle Programme, die vom Freistaat Bayern formuliert und von der EU-Kommission genehmigt werden. Die naturschutzrelevanten Projekte werden von den höheren Naturschutzbehörden bzw. dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz koordiniert.

Beispiele:


− Strausbergmoos (Landkreis OA)

 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe BayernNetzNatur:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Stefan Alsheimer), Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Rolf Helfrich)
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