Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  November 2017)
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Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

4.4.2 Spenden

Über Spenden lassen sich beispielsweise Kosten abdecken, die nicht zuwendungsfähig oder aber nicht attraktiv genug sind, um über das Ökosponsoring eingeworben werden zu können. Die rechtlichen Grundlagen sind genau zu beachten, da einige Voraussetzungen erfüllt sein müssen und Spenden u.a. auch mit Haftungen (§ 10b Abs. 4 Einkommenssteuergesetz) verbunden sind.


Ausgaben zur Förderung der als besonders förderungswürdig anerkannten Zwecke sind nach § 10b Einkommenssteuergesetz (EStG) grundsätzlich als steuerbegünstigte Spenden abzugsfähig. Ein
solcher Zweck ist gemäß § 52 Abs. 2 Nummer 8 der Abgabenordnung die „Förderung des Naturschutzes und der
Landschaftspflege im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes und der Naturschutzgesetze der Länder, des Umweltschutzes, des Küstenschutzes und des Hochwasserschutzes". Die Spendenbescheinigung (seit der Reform des steuerlichen Spendenrechts vom 1. 1. 2000 "Zuwendungsbestätigung") ist von der empfangsberechtigten juristischen Person des öffentlichen Rechts (meist eingetragener Verein – e.V.) auszustellen. Entsprechende Vordrucke und Formulare gibt es im Internet zum Download, ebenso die Broschüre "Steuertipps für Vereine". Bei Kleinspenden bis 200,- Euro muss keine Bescheinigung ausgestellt werden; hier wird vom Finanzamt der Zahlungsbeleg oder ein Buchungsbeleg der Bank mit den wichtigsten Daten als Spendennachweis anerkannt. Ein einfaches und arbeitssparendes Verfahren ist die Entgegennahme von Spenden über ein Sammelkonto des Vereins. Voraussetzung für die Anerkennung steuerbegünstigter Spenden ist, dass der empfangende Verein eine Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse im Sinne des § 5 Abs. 1 Nr. 9 Körperschaftssteuergesetz (KStG) und damit steuerbegünstigt ist.

Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist vom Verein i. d. R. durch den sogenannten Freistellungsbescheid zu erbringen; dieser ist ein Bescheid des Finanzamtes darüber, dass der betreffende Verein von der Körperschaftssteuer befreit ist. Bei erstmaliger Antragstellung erhält der Verein eine Bescheinigung über die vorläufige Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Eine Ausstellung von Zuwendungsbestätigungen ist erst ab der Erteilung des Freistellungsbescheides erlaubt, der dann 5 Jahre gültig ist und bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen um diesen Zeitraum wieder verlängert wird. Eine weitere Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung als begünstigte Spende ist, dass die Zuwendung vom bedachten Verein nachweislich auch tatsächlich für die bezeichneten gemeinnützigen Zwecke verwendet wird.

Spenden werden in der Regel als Geldspenden geleistet. Insbesondere Firmen offerieren manchmal auch Sachspenden. In diesem Falle muss für die Ausstellung einer Spendenquittung eine Wertermittlung erfolgen. Am einfachsten ist dies, wenn der Spender quittierte Einkaufsbelege beilegen kann. Ist eine objektive Wertermittlung nicht möglich, so muss dies in der Spendenquittung vermerkt werden. Die Bewertung wird dann durch das Finanzamt des Spenders vorgenommen. Bei Sachspenden von Unternehmen ist zu beachten, dass Wirtschaftsgüter, die unmittelbar vor der Spende aus dem Betriebsvermögen entnommen wurden, nicht mit dem gemeinen Wert, sondern mit dem Entnahmewert (i. d. R. der Teilwert) abziehbar sind. In Fällen des Buchwertprivilegs (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 4 und 5 EstG) kann die Entnahme mit dem Buchwert angesetzt werden, was jedoch nicht für die Entnahme von Nutzungen und Leistungen gilt; dieser Buchwert ist dann auch für den Spendenabzug maßgeblich.

Auch Aufwendungen (Auslagen) von Vereinsmitgliedern für Tätigkeiten zugunsten des Vereins sind, sofern er gegenüber dem Verein auf die Erstattung dieser Kosten verzichtet, als Spenden steuerlich abzugsfähig. Ausdrücklich ausgenommen sind Leistungen zugunsten des Vereins, die keine Ausgaben darstellen (z. B. Arbeitskraft des Spenders). Bei den sogenannten Aufwandsspenden kann jedoch ein Spendenbeleg für Leistungen ausgestellt werden, bei denen nachweislich (Vertrag und Rechnung) ein nicht überhöhter Zahlungsanspruch bestand, wie beispielsweise bei Löhnen, auf den aber im Nachhinein zeitnah von Seiten des Spenders verzichtet wurde (§ 10b Abs. 3 Satz 4 bis 6 EStG). Dabei ist jedoch äußerst sorgfältig gemäß den rechtlichen Vorgaben vorzugehen und speziell auf Satz 6 zu achten, um sich dem Verdacht des Betrugs zu entziehen.

Die Zuwendungsbestätigung ist nach dem amtlichen Muster zu erstellen. Sofern die Spende gemäß Auflage des Spenders vom begünstigten Verein nur für einen bestimmten Zweck verwendet werden darf, soll dies in der Spendenbescheinigung angegeben werden. Regelmäßige Nachweise über die Verwendung der eingegangenen Spenden sind zu empfehlen; sie erhöhen das Vertrauen und die Bereitschaft, erneut zu spenden. Günstig ist die Verwendung für konkrete Landschaftspflege-, (Erstpflege-) oder Artenschutzprojekte, ungünstig die Verwendung für laufende Ausgaben oder Verwaltung. Bei kleineren Beträgen kann die Information über die Verwendungszwecke über Mitteilungen, Faltblätter, Presseartikel etc., bei größeren Spenden über persönliche Benachrichtigung erfolgen. Auch wenn sich das Spenden durch das Fehlen einer Gegenleistung auszeichnet, können kleine symbolische Anerkennungen, z.B. in Form einer Urkunde, ein gutes Verhältnis zwischen den Partnern sichern. Ein verbreitetes Mittel der Öffentlichkeitsarbeit ist auch die Übergabe eines Spendenschecks bei einem Pressetermin (bei Beträgen ab 500 € oder mehr verbreitet).

 

 


Weitere Informationen:


Steuertipps für Vereine (StMF 2012)


Kurzleitfaden Spenden / Spendenrecht (Know-how für Vereine und den Nonprofit-Bereich, zusammengestellt von Wolfgang Pfeffer)


Finanzierungshandbuch für Naturschutzmaßnahmen (BMU 2004)


Agenda-Büro Arbeitsmaterialie Nr. 43 „Fundraising“ (LUBW 2011)


LÖBF-Mitteilungen Nr. 1/2006 „Finanzierungsinstrumente im Naturschutz“ (LÖBF 2006)

 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe BayernNetzNatur:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Stefan Alsheimer), Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Rolf Helfrich)
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