Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  Februar 2017)
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Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

5. Vermarktung

Der folgende Text wurde im Wesentlichen dem Positionspapier "Vorschläge für regionale Initiativen zur Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse in Bayern aus der Sicht des Arten- und Biotopschutzes" entnommen. Neben der Projektgruppe BayernNetz Natur waren bei der Erarbeitung dieses Papiers Vertreter der Landschaftspflegeverbände, der Naturschutzverwaltung, der Naturschutzverbände, der"Landwirtschaft" und weitere Personen beteiligt, die an der Schnittstelle Landwirtschaft/Naturschutz tätig sind.


Für die Integration von Regionalvermarktungsinitiativen in Naturschutzprojekte sprechen mehrere Punkte:



  • Die innerhalb des Projektes naturschutzkonform erzeugten Produkte können vermarktet werden. Damit wird die Attraktivität des Projektes für die beteiligten Landwirte gesteigert und vermieden, dass durch die Landschaftspflege "Abfallprodukte" erzeugt werden.

  • Mittel- bis langfristig können Naturschutzprojekte mit einer erfolgreichen Regionalvermarktung unabhängiger von staatlichen Fördermitteln werden.


Leider entsteht der Eindruck, dass diese Möglichkeiten im Rahmen von Naturschutzprojekten bisher viel zu wenig genutzt werden. Da derzeit an vielen Stellen Vermarktungsinitiativen gegründet werden, die den Arten- und Biotopschutz nur unzureichend berücksichtigen, ist zu befürchten, dass der Naturschutz vor vollendete Tatsachen gestellt wird und seine eigenen Gedanken nicht mehr unterbringen kann. Vor diesem Hintergrund sollte schon frühzeitig die Möglichkeit geprüft werden, ob sich die Ziele eines Projektes in bestehende Regionalvermarktungsinitiativen integrieren lassen oder sogar Initiativen von Seiten des Naturschutzes angeregt werden können. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Aufbau einer nachhaltigen Regionalvermarktung entsprechendes Know-how und die Bereitstellung finanzieller und personeller Ressourcen voraussetzt. Die Erfahrungen zeigen, dass der Aufbau einer Regionalvermarktung als "Zusatzaufgabe" für das Projektmanagement selten erfolgreich ist bzw. auf Grund der hohen Personalbindung auf Kosten der Umsetzung der naturschutzfachlichen Zielsetzungen geht.


Es sollte versucht werden, die spezifischen Produktkriterien um solche Kriterien zu erweitern, die konkrete Auswirkungen auf den Arten- und Biotopschutz erwarten lassen. Vorschläge für Minimal- und Optimalkriterien einzelner Produktbereiche sind Tab. 10 zu entnehmen (bzw. s. Positionspapier). Dabei wird zwischen Kriterien zum Arten- und Biotopschutz und Kriterien zum Ressourcenschutz unterschieden. Diese können, müssen aber nicht identisch sein. Verarbeitungskriterien werden nur in Ausnahmefällen genannt. Optimale Kriterien werden sich jedoch nur in den seltensten Fällen realisieren lassen. Daher wurden Minimalkriterien formuliert, die in aller Regel nicht unterschritten werden sollten, um im jeweiligen Bereich zu nennenswerten Verbesserungen der Leistung zu führen. In den Optimalkriterien sind in jedem Falle die Minimalkriterien enthalten. Auf eine Wiederholung in der Tabelle wurde daher verzichtet.


Darüber hinaus gelten folgende allgemeine naturschutzfachliche Kriterien:



  • Im Rahmen eines konkreten Projektes sollte der weitest mögliche Verzicht auf Pestizide, die Reduktion des Düngereinsatzes sowie ein weitestgehend geschlossener Nährstoffkreislauf im Gesamtbetrieb angestrebt werden.

  • Grundsätzlich sollte der Erhalt bestehender Biotopstrukturen als minimales Produktionskriterium festgeschrieben werden. Optimal wäre darüber hinaus die weitere Anreicherung der Landschaft mit zusätzlichen Biotopen. Die entsprechenden Maßzahlen (z. B. in % der landwirtschaftlichen Nutzfläche) müssen die regionalen Unterschiede der jeweiligen Projekte berücksichtigen und können zumindest indirekt aus Tab. 10 abgeleitet werden.




Weitere Informationen und Anregungen bietet die Broschüre "Landschaft vermarkten – Leitfaden für eine naturverträgliche Regionalentwicklung" des DVL (Bestellung gegen geringe Gebühr auf der Internet-Seite des DVL möglich). In einer weiteren Veröffentlichung "Fördernde und hemmende Faktoren für regionale Produktion und Vermarktung" aus dem Jahr 2002 haben die Verbände DVL und NABU Deutschland dokumentiert, wie sich politische und gesetzgeberische Rahmenbedingungen auf die Regionalvermarktung auswirken. Vielfältige Infos, Kurzcharakterisierungen verschiedener Regionalinitiativen, ein Veranstaltungsverzeichnis und ein Diskussionsforum finden sich auf der Internet-Seite zu Regionalinitiativen des DVL. Hier finden Sie eine Übersicht zu Produkten und Erzeugnissen aus BayernNetz Natur-Projekten. Durch Meldung an die Projektgruppe BayernNetz Natur kann die Übersicht um neue Produkte und regelmäßig wiederkehrende Aktionen ergänzt werden.



 

1 = zusätzliche Minimalkriterien nach den Tierhaltungsrichtlinien des ökolog. Landbaus:
- Weidehaltung in der Vegetationsperiode oder Laufstall (Einstreu)
- keine Zusatzstoffe zur Wachstums- u. Leistungsförderung (keine industriell hergestellten Kraftfuttermittel, keine importierten Kraftfuttermittel wie Soja, keine Beruhigungsmittel)
- kurze Transportwege, stressfreies Schlachten
- bei Rindfleisch zusätzlich Mindestreifezeit für Fleisch

KriteriumArten- und BiotopschutzRessourcenschutz
Rindfleisch1 (Jungrind aus Mutterkuhhaltung, Färsen, Ochsen)
Minimal
  • Mindestanteil von extensiv genutzten Flächen im Sinne natur-schutzfachlicher Vorgaben (z. B. Verzicht auf flächendeckenden chem. Pflanzenschutz, mineralischen Stickstoff, Gülle
  • max. 2,0 GVE/ha Gesamtbetrieb
  • Weidenutzung: keine zusätzliche Düngung; Zufütterung während der Weidezeit nur auf betriebseigener Futtergrundlage

 

Spezialfall Moorbeweidung:

  • Moorbeweidung nur auf großen Flächen (> 10 ha) mit mindestens 50 % der Fläche auf Mineralboden
  • Produktion nach den Vorschriften des Herkunftszeichens "Qualität aus Bayern" (QHB)
  • Zufütterung: Heu, Grassilage, geringe Mengen wirtschafts-eigenes Getreide (bei reinen Grünlandgegenden Zukauf aus der benachbarten Region gestattet)
Optimal
  • 100 % extensiv genutzte Flächen (ohne Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger und Gülle)
  • nur betriebseigener Festmist und Jauche
  • max. 1,4 GVE/ha bezogen auf den Gesamtbetrieb

 

Spezialfall Moorbeweidung:

  • Verwendung von standortgerechten Rinderrassen

 

Spezialfall Alpenvorland:

  • Verwendung der Streu von (eigenen) Streuwiesen als Einstreu
  • Produktion nach den Kriterien des ökologischen Landbaus (Gesamtbetrieb)
  • Weidehaltung in der Vegetationsperiode, bei Stallhaltung im Winter: Laufstall (Einstreu)
  • Futtermittel nach Kriterien des ökologischen Landbaus
  • höhenlinienparallele Bewirtschaftung von Äckern
  • angrenzend an Fließgewässer nur Grünlandnutzung mit düngerfreier Pufferzone
Schaffleisch
Minimal
  • mindestens 50 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Gesamtbetriebes (gemäß Flächennachweis) naturschutzrelevante Flächen (z. B. Vertragsflächen nach dem VNP oder KULAP; nur Vertragsvarianten mit Ausschluss von Pestizid-, Mineraldünger- und Gülleausbringung)
  • Hüteschafhaltung (Umtriebsweiden sind zulässig, soweit über entsprechende Vertragsvereinbarungen im Rahmen des VNP eine extensive Beweidung gewährleistet ist.)
  • Viehbesatz max. 1,4 GVE/ha landwirtschaftlicher Nutzfläche
  • Sicherstellung einer Mindestbeweidedichte
  • keine Zufütterung und kein Pferchen auf Magerrasen und Mooren
  • Produktion nach den Vorschriften des Herkunftszeichens "Qualität aus Bayern" (QHB)
  • Standortangepasste Besatzdichte
Optimal
  • Hüteschafhaltung
  • 100 % des Gesamtbetriebes extensiv genutzte Flächen (ohne Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger und Gülle)
  • größtmöglicher Anteil nicht gedüngter Flächen
  • keine Zufütterung auf Weideflächen
  • Produktion nach den Kriterien des ökologischen Landbaus
  • Verbrauch betriebseigener Dünger bei max. 1,0 GVE/ha
  • kein Fremdfutter von außerhalb der Region
  • Verzicht auf Ackernutzung (zur Futtergewinnung) in Steilhanglagen
  • höhenlinienparallele Bewirtschaftung von Äckern
Süßwasserfische (Karpfenteiche)
Minimal
  • 10 % Verlandungszonen als Ufersäume und in kleinflächiger Ausprägung
  • Tolerieren von Schwimmblatt- und Unterwasservegetation; Berücksichtigung dieser Ziele bei Teichpflege- und Entlandungs-maßnahmen; keine Grasfische zur Vegetationsbeseitigung
  • 20 - 75 % gut zonierter Verlandungsbereiche - reduzierte Besatzdichte ohne Zufütterung
  • Anpassung der Bespannung an situations- und leitarten-bezogene naturschutzfachliche Vorgaben
  • Verzicht auf Nutzung mesotropher Rand- und Oberliegerteiche bei Teichketten und -gruppen
  • zeitweise Herausnahme einzelner Teiche aus der Bewirt-schaftung
  • Überspannungen nur bei kleinflächigen Hälterungs- und Winterungsteichen
  • Verzicht auf jegliche Düngung und chem. Mittel
  • Kalkung nur im Freiwasser in gewässerkritischen Situationen, Schlammkalkung mit Branntkalk nur in der Abfischgrube
  • vorsichtiges Ablassen zur Vermeidung von Schlammaustrag
  • Verzicht auf Fütterung
  • nachgeschaltete Absetz- und Klärteiche
Optimal
  • Teiche mit mind. 25 % Verlandungszone
  • jahrweises Herausnehmen einzelner Teiche aus der Bewirt-schaftung und Anpassung der Bespannung an naturschutz-fachliche Vorgaben
  • reduzierte Besatzdichte ohne Zufütterung
  • Verzicht auf Bejagung fischfressender Vögel
  • Verzicht auf jegliche Düngung und chem. Mittel
  • Kalkung nur im Freiwasser in gewässerkritischen Situa-tionen, Schlammkalkung mit Branntkalk nur in der Abfischgrube
  • vorsichtiges Ablassen zur Vermeidung von Schlammaustrag
  • Verzicht auf Fütterung
  • nachgeschaltete Absetz- und Klärteiche
Ackerbauprodukte (z.B. Getreide, Kartoffeln)
Minimal
  • Mindestanteil an Ackerflächen, die mit den im ökologischen Landbau zugelassenen Düngemitteln bis zu einem Düngeäquivalent von 2,0 GVE/ha und Jahr und ohne den Einsatz von Pestiziden (gebeiztes Saatgut evtl. ausgenommen) bewirtschaftet werden
  • Mindestanteil an Biotopen (Hecken, Raine, Ranken, Säume, Brach- und Ruderalflächen u. a. Kleinbiotope etc.) differenziert nach Erzeugungsgebieten des Agrarleitplanes (oder Naturräumen)
  • Mindestanteil an Ackerflächen, die mit den im ökologischen Landbau zugelassenen Düngemitteln bis zu einem Düngeäquivalent von 2,0 GVE/ha und Jahr und ohne den Einsatz von Pestiziden (gebeiztes Saatgut evtl. ausgenommen) bewirtschaftet werden
  • Mindestanteil an Biotopen (Hecken, Raine, Ranken, Säume, Brach- und Ruderalflächen u. a. Kleinbiotope etc.) differenziert nach Erzeugungsgebieten des Agrarleitplanes (oder Naturräumen)
Optimal
  • Bewirtschaftung nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus
  • maximaler Tierbesatz 1,4 GVE/ha landwirtschaftlicher Nutzfläche
  • Erhalt der Stoppelbrachen zwischen Ernte und Neueinsaat
  • Mindestanteil an Flächen mit Sommergetreide
  • in Sonderfällen (d.h. auf Flächen, die aus Artenschutzgründen von herausragender Bedeutung sind) Anwendung historischer Bewirtschaftungsformen(z. B. Kalkscherbenäcker)
  • naturräumlich orientierter Mindestanteil an Biotopen (größer als bei Minimalanforderungen)
  • Produktion nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus
  • maximaler Tierbesatz 1,4 GVE/ha landwirtschaftlicher Nutzfläche
  • zusätzlicher Ressourcenschutz (z. B. zur Verminderung des Eintrages von NO3-in die Gewässer) durch geeignete Bewirtschaftungsmaßnahmen, z. B. Anbau von Nicht-Leguminosenals Zwischenfrüchte nach Leguminosenumbruch(Maßnahmen, die nicht in jedem Fall durch den Öko-Landbau bindend erfüllt werden)
  • maximale Schlaggrößen (standort- bzw. naturraumbezogen)
  • Schlagumgestaltung nach Gesichtspunkten des (abiotischen) Ressourcenschutzes (z. B. Erosionsschutz)
Obst
Minimal
  • Verarbeitung von Obst ausschließlich aus Streuobstbeständen (Hochstämme)
  • auf Streuobstwiesen Verzicht auf Mineraldünger, Gülle und Klärschlamm, Verzicht auf Wiesenumbruch
  • auf Streuobstäckern Düngung gemäß den Richtlinien des ökologischen Landbaus
  • Verzicht auf chem. Pflanzenschutz (Ausnahmen sind im biologischen Landbau (AGÖL) zugelassene Wirkstoffe)
  • Besatzdichte Beweidung maximal 1,4 GVE/ha
  • maximal 2 Schnitte/Jahr in der Streuobstwiese (im Alpenvorland und im Bayerischen Wald ausnahmsweise 3 Schnitte)
  • Pflegeschnitt der Bäume muss gewährleistet sein
  • Totholz ist soweit möglich auf der Fläche zu belassen
  • die Fläche darf nicht fest eingefriedet sein (Ausnahme: großflächige Weiden)
  • Stammkalkung bei max. 50 % der Stämme
  • Verzicht auf chem. Pflanzenschutz (Ausnahmen sind im biologischen Landbau (AGÖL) zugelassene Wirkstoffe)
Optimal
  • auf Streuobstwiesen Verzicht auf die Behandlung aller Flächen mit Düngern (Ausnahme: Festmist- und Jauchedüngung auf Baumscheiben nach Entzug) und Pflanzenschutzmitteln
  • auf Streuobstäckern Verzicht auf Pflanzenschutzmittel, Mineraldüngung, Gülle und Klärschlamm, Verzicht auf Anbau von Mais, Rüben und Spargel, Begrenzung der Festmistgabe bzw. Jauche auf ca. 60 kg N/ha
  • stehendes Totholz ist auf der Fläche zu belassen und durch Neupflanzungen zu ersetzen, soweit keine Belange der Verkehrssicherheit betroffen sind
  • Beseitigung von alten Obstbäumen erst einige Jahre nach dem Absterben
  • bei Neuanlage von Streuobstwiesen ist eine Bestandsdichte von max. 70 Bäumen/ha zulässig
  • Verzicht auf Baumsanierungsmaßnahmen
  • keine Stammkalkung Spezialfall Ortolan:
  • Festlegung kleiner Bewirtschaftungseinheiten (max. 0,4 ha)
  • Erhalt von Erd- und Sandwegen
  • Anbau von Sommergerste, -roggen und Hafer auf mind. 30 % der Flächen
  • Abstand zwischen den Baumreihen max. 40 m, zwischen den Bäumen einer Reihe max. 20 m
  • Erhalt und Neuschaffung von 7-10 m breiten Randstreifen entlang von Wegen
  • Mahd der Baum- und Randstreifen nicht vor Juli
  • Produktion nach den Kriterien des ökologischen Landbaus
  • Direktsaft
  • Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz (einschließlich Kupfer und Schwefel)
  • Verzicht auf Ackernutzung in Steilhanglagen
  • höhenlinienparallele Bewirtschaftung von Streuobstäckern
Gartenbau/Gemüsebau/Sonderkulturen
Minimal
  • Verzicht auf flächig oder über den Luftraum auszubringendechemische Pflanzenschutzmittel
  • Verzicht auf mineralische N-Düngung
  • standortangepasste Düngung
  • Pflege und Schutz bestehender flächeneigener Biotope
  • mindestens 3 m Abstand zu Heckenmindestens 5 m Pufferzone zu Feuchtbiotopen
  • Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel (außer auf Beizmittel)
  • standortangepasste N-Düngung mit ausschließlich organischen Düngern
  • Gewässer- und Bodenschutzmaßnahmen
Optimal
  • Verzicht auf jegliche chemischen Pflanzenschutzmittel (inkl. Beizmittel)
  • 20 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche als Rotationsbrache mit Leguminosen-Gemengen (mind. teilweise blühend)
  • 10 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche als Nichtproduktionsfläche bzw. als Klein- und Saumbiotope
  • 5 % Buntbrachen bzw. artenreiche Raine und Wiesen
  • Vernetzung der ökologisch wertvollen Strukturen
  • Produktion nach den AGÖL-Richtlinien für den Ökologischen Landbau
Wein
Minimal
  • Verzicht auf Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln durch Hubschrauber und Flugzeuge
  • Sprühabstand bei der Ausbringung von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu Mauern, Randstreifen etc. mindestens 5 m
  • Erhalt bestehender Sonderbiotope und Kleinstrukturen (Trockenmauer, Felsen, Magerrasen u. a.)
  • Bereitstellung von mind. 5 % der Fläche für Trockenmauern, Felsen, kleine Magerrasen, Brachen u. a. nicht genutzte Bereiche
  • Verzicht auf Herbizide, Insektizide und Acarizide
  • angepasste Düngung (nach Bodenuntersuchung)
  • Erhaltung und Neuschaffung erosions- und abflussmindernder Kleinstrukturen
Optimal
  • Verzicht auf jegliche chemische Pflanzenschutzmittel (Ausnahme sind im biologischen Landbau (AGÖL) zugelassene Wirkstoffe)
  • Bereitstellung von mind. 10 % der Fläche für Trockenmauern, Felsen, kleine Magerrasen, Brachen u. a. nicht genutzte Bereiche
  • bei Vorkommen von Weinbergs-Geophyten teilweiser Verzicht auf Begrünung zwischen den Rebzeilen und Bodenbearbeitung durch Hacken
  • zeitlich versetztes Mulchen; zwischen den Rebzeilen 2 x jährlich Mahd statt Mulchen
  • Produktion nach den Kriterien des ökologischen Landbaus
  • Verzicht auf Botrytizide
Holz (Kriterien in Wirtschaftswäldern) 
Minimal
  • möglichst naturnahe Wälder aus standortheimischen Baumarten; Berücksichtigung der ökologischen Funktion des Einzelbaumes
  • Totholzanteil mindestens 2 % des Vorrates, v. a. in Form von starkdimensioniertem Holz; Erhalt von Höhlenbäumen; möglichst hohes Erntealter
  • Erhalt vorhandener naturschutzrelevanter Lebensräume und Strukturen (z. B. Felsen, lichte Trockenwälder und thermophile Säume, Brennen in Auwäldern); Verzicht auf ertragsorientierte Nutzung von Sonderstandorten in Wäldern (z. B. Feuchtwälder, Quellbereiche, Schlucht- oder Schuttwälder)
  • Erhalt bzw. Aufbau stufiger Waldränder (Mindestbereite 20 - 30 m); Ausnahme: thermophile Waldränder, die offen bleiben sollen der Naturverjüngung Vorrang einräumen

 

je nach regionaler Situation:

  • Erhalt, ggf. aus Gründen des Artenschutzes Wiederaufnahme von historischen Waldnutzungsformen (Mittel-, Niederwald, Hutewald/ Waldweide, Streunutzung)
  • bodenschonende Bewirtschaftung
  • keine Kahlschläge
  • Verzicht auf Düngemittel und Pestizide
  • biologisch abbaubares Kettensägeöl
Optimal
  • mindestens 10 % ungenutzte Flächen ("Naturwald-reservate"; bezogen auf größere Waldgebiete)
  • Totholzanteil "auf der Fläche" ca. 10 %
  • ausschließlich standortheimische Baumarten der natürlichen Waldgesellschaften in naturnaher Zusammensetzung
  • Harvestereinsatz beschränkt auf Nadelschwachholz bei Durchforstungsrückständen
Landschaftspflegeprodukte
Minimal

Holz:
die Erzeugung ist auf Landschaftspflegeflächen in folgenden Biotoptypen beschränkt:

  • Hecken (Plentern, auf Stock)
  • Nieder-/Mittelwald (Plentern, auf Stock)
  • Waldrand (Auflichten)
  • Mager- und Trockenrasen (Entbuschen)
  • Niedermoore/Moore (Entbuschen)

 

Kompost:

  • die Grundlage ist auf Landschaftspflegeflächen gewonnenes Grüngut und Gehölzaufwuchs

Heu:

  • Erzeugung auf Flächen des Vertragsnaturschutzprogramms oder ähnlich strenger anderer Programme mit Schnittzeitpunkts- und Düngebeschränkung bzw. mit weitergehenden naturschutzrelevanten Bewirtschaftungsauflagen (KULAP, Wasserschutzgebiete etc.)

Streu:

  • einmalige Herbstmahd und jahrweise Bereitstellung teilweise nicht gemähter Flächen
  • schonende Behandlung der Grasnarbe
  • keine Entwässerung, allenfalls Ableitung von Oberflächenwasser
  • Vermeidung von Nährstoffeinträgen

Kompost:

  • betriebseigene Wirtschaftsdünger sind zur Rottebeschleunigung (N-Ausgleich) bis zu 25 % Massenanteil zulässig
  • die Verarbeitung muss auf dafür geeigneten, befestigten Flächen erfolgen
  • das zu vermarktende Endprodukt hat die Qualitätskriterien nach RAL-Gütezeichen der Gütegemeinschaft zu erfüllen

 

Heu:

  • frei von Schad- oder Giftpflanzen oder narkotisierenden Kräutern
Optimal

Streu:

  • Bewirtschaftung unter Berücksichtigung vorliegender Pflege- und Entwicklungskonzepte; Mahdhäufigkeit: je nach Vegetationsgesellschaft alle 1-5 Jahre, Mahd von jährlich wechselnden Teilflächen
  • insbesondere in größeren zusammenhängenden Streuwiesengebieten Anlage von jährlich wechselnden Brachflächen oder Brachstreifen von mindestens 10 m Breite; gemähte Streuwiesenparzellen nicht größer als 2 ha
  • zur Schonung der Grasnarbe Bewirtschaftung nur bei trockenen Bodenverhältnissen und Verwendung von leichten Pflegemaschinen bzw. Einsatz von Breitreifen zur Verringerung des Auflagedrucks

 

Streu und Heu:

  • Verwendung von langsamen Balkenmähwerken an Stelle von Kreiselmähern
 
 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe BayernNetzNatur:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Stefan Alsheimer), Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Rolf Helfrich)
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