Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  August 2016)
Logo BayernnetzNatur
 
Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

6.3 Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit

Folgende Instrumente werden in der Öffentlichkeitsarbeit von Naturschutzprojekten regelmäßig eingesetzt:


Pressearbeit
Die Pressearbeit ist der wichtigste Teil der Öffentlichkeitsarbeit, da nur durch diese eine ständige Präsenz in der Bevölkerung möglich ist und die aktuellen Fortschritte der Projektarbeit direkt aufgezeigt werden können.
Es sollte aber nicht immer dieselbe Aufmachung oder das gleiche Thema gewählt werden - der Wechsel hält das Thema interessant. Ein positives Echo in der Presse kann erreicht werden, wenn auch die Art der Berichterstattung variiert. Auf einen ausführlichen Bericht über das Projekt oder einzelne Aktionen kann einmal nur eine Kurzmeldung oder ein anderes Mal nur ein schönes Foto mit Bildunterschrift folgen. Auch den Redakteuren sollte Abwechslung geboten werden, z. B. Einladungen zu Veranstaltungen, Pressekonferenzen, Pressefahrten oder fertige Berichte.
Eine gute Partnerschaft mit den Medien ist nicht zu vernachlässigen. Der Redakteur vertraut darauf, dass das, was ihm an Informationen gebracht wird, hundertprozentig stimmt. Ein Journalist freut sich, wenn er zu einem von ihm aufgegriffenen Thema eine Stellungnahme oder eine Ergänzung bekommt. Aber das muss geschehen, solange ein Thema noch "heiß" ist. Manuskripte und Einladungen sind immer an den richtigen Empfänger zu schicken.
Sind einmal Falschmeldungen zu berichtigen, sollte zuerst mit dem Redakteur über eine vernünftige Bereinigung der Angelegenheit gesprochen werden. Dies sollte schnell geschehen, und es sollte immer die Verhältnismäßigkeit bei der Auseinandersetzung gewahrt bleiben, damit keine Spannungen zurückbleiben. So kann ein Leserbrief ausreichend sein, notfalls kann der Redaktion eine als Ergänzung formulierte Berichtigung zugeschickt werden.



Pressemitteilung
Als Pressemitteilung wird der Bericht bezeichnet, der an die Redaktion zur Veröffentlichung gegeben wird. Die Berichte sind so zu verfassen, dass sie in der gelieferten Form veröffentlicht werden können (s. Details). Größere Zeitungen, die ein weiträumigeres Gebiet abdecken müssen, ziehen knappe Meldungen vor. Ist die Pressemitteilung zu lang, wird sie von der Redaktion gekürzt. Das kostet den Redakteuren viel Zeit und Mühe und beim Umschreiben können inhaltliche oder andere ärgerliche Fehler entstehen. In Lokalzeitungen werden Berichte schon eher ohne Kürzungen abgedruckt; bestimmte Berichte werden sogar etwas ausführlicher dargestellt. Ein Beispiel für rege Pressearbeit liefert der Landschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach, der Informationen über Versammlungen und Beschlüsse, Planungen, Pflegemaßnahmen und Termine mit Politikern in allen Lokalzeitungen publiziert und hinterher in einem Pressespiegel zusammenfasst.



Presseinformation
Die Presseinformation wird im Vorfeld zu einer Veranstaltung erstellt und mit knappen Hintergrundinformationen (wesentliche Inhalte und Zusammenhänge in Stichpunkten, Namen, Zahlen) versehen. Die Presse kommt aufgrund dieser Information zur Veranstaltung und schreibt sich danach ihren Bericht selbst. Dabei sind die Verantwortlichen zu erwähnen, Aufgabe und Bedeutung eines Projektes, Anlass und Ziel des Termins. Tischpapiere können die Informationen während der Veranstaltung ergänzen. Bei "großen" Terminen wie einer Pressekonferenz oder einer Pressefahrt empfiehlt es sich, eine ausführlichere Pressemappe zusammenzustellen (s. Anhang).



Pressekonferenz
Bei einem umfassenden Themenkomplex werden Vertreter der Medien zu einer Pressekonferenz gebeten, besonders dann, wenn es zu Missverständnissen gekommen ist oder ein Thema die Öffentlichkeit sehr bewegt. Dabei kann an einem Beispiel eine Problemlösung öffentlichkeitswirksam demonstriert werden und die Journalisten können Fragen direkt zum Thema stellen. Vorher ist zu prüfen, ob eine Pressekonferenz wirklich nötig und möglicherweise eine schriftliche Mitteilung ausreichend ist. Wichtige Gründe für eine Pressekonferenz sind:



  • Themen, die Hintergrundinformationen bedürfen

  • Themen, die zusätzliche Fragen erwarten lassen

  • Konfliktfälle, die keine "Mauschelei" hinter verschlossenen Türen vertragen

  • öffentlichkeitswirksamer Einsatz von Politikern


Im Anhang ist eine Checkliste zur Erstellung einer Pressekonferenz enthalten.



Pressefahrt
Eine Pressefahrt ist ein wichtiges Hilfsmittel, um zum Anliegen und Thema der Projektarbeit einen optischen Eindruck beizusteuern. Dieser ist tiefgreifender als die reine Vermittlung von schriftlicher Information; Zusammenhänge bzw. Zielvorstellungen können so vielleicht besser verstanden werden. Bei einer Pressefahrt können die Redakteure und Journalisten mit Projektmitarbeitern, externen Fachleuten und Kommunalpolitikern zusammentreffen und deren Stimmungen oder Meinungsbilder einfangen. Eine positive Berichterstattung über eine gelungene Fahrt wirkt nachhaltig auf das Stimmungsbild des Redakteurs, er wird mit mehr Sachverstand nachfolgende Artikel schreiben können.
Vorinformationen sind in diesem Fall besonders wichtig. Der Einladung sollte eine Presseinformation mit einer Übersicht über die eingeladenen Teilnehmer und einem Zeitplan beigelegt werden. Daran kann die Wichtigkeit des Termins von den Medien abgeschätzt werden. Für die Fahrt sollte eine Pressemappe zur Verfügung stehen, in der die Dauer der Veranstaltung, die genaue Route und die einzelnen Stationen angegeben werden, an denen etwas gezeigt wird. Zur Vorbereitung müssen ein genauer Zeitplan aufgestellt, Routen abgegangen und Zeiten für Berichte und Fragen eingeplant werden. Dauert die Fahrt mehrere Stunden, sollte ein kleiner Imbiss oder Umtrunk (am besten mit regional erzeugten Produkten, die eine Beziehung zum Projekt haben) gereicht werden.

 

Interview
Interviews sind häufig die Basis kleinerer Beiträge für Presse, Rundfunk oder Fernsehen, wobei die Initiative dazu in vielen Fällen von den Journalisten oder Redakteuren ausgeht. Auch hier gibt es eine Reihe von Grundsätzen, die es zu beachten gilt (s. z. B. Arbeitsblätter).


Arbeitskreise
Wichtiges Element jeder Projektarbeit sind Arbeitskreise zu verschiedenen Themen. Um zu vermeiden, dass diese zu "Laber-Veranstaltungen", Debattierclubs oder zum Abnicken schon gefasster Entscheidungen degradiert werden, empfiehlt es sich, diesen Arbeitskreisen gewisse Entscheidungskompetenzen zu übertragen und diese gut zu strukturieren (Zeit- und Arbeitspläne). Dann können diese über die in den Arbeitskreis vertretenen Multiplikatoren entscheidende Beiträge zur Öffentlichkeitsarbeit liefern. Die Anwendung von Moderationstechniken ist dabei oft hilfreich (s. Dokumente „Moderation im Team“ und „Tipps für die Moderation“).


Veranstaltungen
Für Veranstaltungen und andere größere Aktionen sind Kräfte zu bündeln und Ideen für ein Programm zu sammeln. Eine interessante Veranstaltung verlangt Attraktionen und Stände, die viel Vorbereitung und Hilfskräfte benötigen. Mit Hilfe der verschiedenen  Interessengruppen wie Naturschutz- und Landschaftspflegeverbände, Bauern, Jäger, Angler etc. kann ein breites Spektrum an Themen angeboten werden. Rate- und andere Wettbewerbe, Spiele, Tiere oder Maschinen sind immer wieder Anziehungspunkte. Insbesondere für Jugendliche sind eher spektakuläre "events" zu bieten, z. B. Gelegenheiten, Maschinen selbst auszuprobieren. Der aktive, körperliche Einsatz z. B. durch Biotoppflegemaßnahmen sowie die Anlage und die Verbesserung von Biotopen lässt sie spüren, dass sie etwas bewegen können. Aufgrund des mit diesen Veranstaltungen verbundenen hohen Aufwandes ist es jedoch wichtig, dass diese aufgrund ihres Themas auch medienwirksam sein können. Motto: Keine Null-Acht-Fünfzehn-Veranstaltungen!


Führungen (Exkursionen)
Der direkte Kontakt mit der Natur lässt sich am besten durch Führungen im Projektgebiet erreichen. Die Route sollte hinsichtlich der Lebensraumausstattung Abwechslungen bieten, aber auch sinnliche Wahrnehmungen (Düfte, hörenswerte Tiere etc.) ermöglichen. Insidertipps oder außergewöhnliche, vor Ort erzählte Geschichten machen eine Exkursion erst richtig spannend. Für Wanderungen mit Laien oder für Kindergruppen sind andere Schwerpunkte und Effekte zu setzen als bei Fachexkursionen. In diesem Fall kann man die Führungen lockerer gestalten, Beispiele vorführen und auf Fragen eingehen. Grundsätzlich gilt aber: Führungen, die sich nicht nur auf den Konfrontationsstil (hier: der Vortragende, dort: die Zuhörenden) beschränken, sondern die Teilnehmer aktiv mit"erleben" lassen, kommen fast immer gut an (Materialien). Bei schlechtem oder unsicherem Wetter sollte ein Alternativprogramm vorbereitet sein.


Faltblätter
Gerade bei der Erstellung von Faltblättern ist die Festlegung der Zielgruppe von sehr großer Bedeutung. Danach richten sich Auflage, Inhalt und Form. Auch für die Gestaltung von Faltblättern gibt es einige Grundregeln, an denen man sich orientieren sollte.



  • Texte und Bilder sollten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.

  • Farbe und Bilder ziehen den Blick auf sich, das Wesentliche sollte dadurch betont werden.

  • "Freiflächen" sind wichtig - durch sie entstehen Reihung, Rhythmus und Dynamik, und sie bestimmen die Ästhetik des Faltblattes. Die Unterbrechung der Symmetrie und Reihung lenkt den Blick.


Ein übersichtliches und schönes Faltblatt lädt zunächst dazu ein, es zu betrachten, und erst dann wird es gelesen und der Inhalt aufgenommen. In vielen Fällen empfiehlt es sich, bei der Erstellung von Faltblättern Profis (z. B. Graphikdesigner) zu integrieren. Jährlich wird außerdem eine beschränkte Anzahl an Faltblättern von der Projektgruppe BayernNetz Natur erstellt (Anfragen bei: PAN; Informationen zum Ablauf sowie zum Faltblatt-Aufbau stellen wir für Sie in unserem Download-Bereich zur Verfügung).

 

Ausstellungstafeln
Ausstellungstafeln werden meist zu einem bestimmten Anlass erstellt. Die Aufteilung der Themen auf den Tafeln ist davon abhängig, ob es sich nur um die Darstellung eines Projektes handelt oder ob das Projekt in einem Zusammenhang mit anderen Themen steht. Die zu verwendenden Materialien richten sich danach, ob eine feste, einmalige Ausstellung oder eine Wanderausstellung geplant ist. Zuerst muss die Frage abgeklärt werden, ob Tafeln oder Stellwände vorhanden sind, an denen sich das Format und damit die Aufteilung des Plakates ausrichtet. Sollen die Besucher einen guten Eindruck erhalten, dann ist auch ein gewisser technischer Aufwand vonnöten. Bei Ausstellungen für und mit Kindern, sind auch "händisch" montierte oder selbstgemalte Plakate angebracht; sie sind kindgerechter. Die allgemeinen Gestaltungshinweise zu Aufteilung, Bildern, Schrift und Sprache, wie sie für die Faltblatterstellung zusammengefasst sind, gelten hier ebenso.

 

Internet-Homepage
Eine Internet-Präsenz ist auch für größere Projekte sinnvoll. Sie können in Verbindung mit den Gemeinden im Bayernnetz "baynet.de" einen Platz finden oder (über "links") in Verbindung mit den Homepages von Naturschutzverbänden stehen. Ein gutes Beispiel, wie Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoring in Zusammenhang gebracht werden können, zeigt das Projekt "Biotopverbund Westliche Günz" (s. Details): Eine Medienagentur sponserte die Erstellung, Betreuung und regelmäßige Aktualisierung der Homepage und eine Online-Computerfirma stellt die Technik zur Verfügung. Mit dieser Homepage können sowohl das Projekt als auch die Firmen für sich werben.

Da sich Technik und Software in diesem Medienbereich zu rasch ändern, ist es nicht sinnvoll, im Rahmen dieses Leitfadens praktische Tipps zur Einrichtung einer Homepage zu formulieren. Die neuesten Informationen dazu bekommt man am besten über den Fachhandel oder im Internet (z. B. Ideas), grundlegende Informationen sind den Laufener Seminarbeiträgen 2/98 zu entnehmen. Für die Gestaltung der Internet-Seiten gelten jedoch im Prinzip dieselben Grundsätze wie für Faltblätter und Poster.

 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe BayernNetzNatur:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Stefan Alsheimer), Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Rolf Helfrich)
Copyright © 2009 by PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH
powered by fast'n'easy CMS
 
Copyright © 2009 by PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH