Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  März 2017)
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Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

Vorbemerkungen

Die Realisierung naturschutzfachlicher Ziele durch größere Naturschutzprojekte, in denen Ressourcen gebündelt und konzentriert werden, hat in Bayern eine lange Tradition: Das erste Projekt wurde 1986 begonnen, inzwischen haben mehr als 380 Projekte die Umsetzungsphase erreicht. Ursprünglich als Projekte zur Umsetzung des Bayerischen Arten- und Biotopschutzprogramms (ABSP) konzipiert, wurden aus diesen Projekten zunächst "Projekte zur Realisierung eines landesweiten Biotopverbunds" und dann "BayernNetz Natur".

 

Wesentliche konzeptionelle Grundlage ist nach wie vor das ABSP. Mit der Fertigstellung der ABSP-Bände für alle 71 bayerischen Landkreise im Jahr 1997 und inzwischen 25 abgeschlossenen Stadt-ABSP liegt ein nahezu flächendeckendes und umfassendes Programm für ganz Bayern vor, das die Aufgabenschwerpunkte der Naturschutzarbeit für die nächsten Jahrzehnte aufzeigt. Damit ist das Thema „Arten- und Biotopschutz“ jedoch nicht abgeschlossen. Eine derart komplexe und interessante Thematik kann niemals abschließend behandelt werden: neue Erkenntnisse werden gewonnen, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändern sich und nicht zuletzt muss auch der Dynamik natürlicher Prozesse Rechnung getragen werden. Zusammen mit der zügigen Fortschreibung des ABSP für die kreisfreien Städte wurde deshalb 1997 mit der Aktualisierung des ABSP auf Landkreisebene begonnen (zum aktuellen Stand LfU).

 
Als Synopse der Situation der heimischen Tier- und Pflanzenwelt und ihrer Lebensräume ist das ABSP ein hilfreiches Nachschlagewerk für alle am Naturschutz interessierten Bürger. Behörden und Kommunen erleichtert es die Beurteilung von Planungen, Eingriffen oder Schutzmaßnahmen. Der landesweite Ansatz und das einheitliche Bewertungsschema erlauben die überörtliche Orientierung und die Bewertung lokaler Biotope und Artvorkommen.
Das ABSP geht allerdings weit über eine bloße Datensammlung und -bewertung hinaus. Es enthält eine Fülle von Zielen und Maßnahmevorschlägen, deren Umsetzung zur nachhaltigen Sicherung der Lebensansprüche der heimischen Pflanzen- und Tierarten erforderlich ist. Damit soll dem Ansatz „Naturschutz auf der ganzen Fläche“ und dem Aufbau eines landesweiten Biotopverbunds Rechnung getragen werden. Es wird der Weg hin zu einem aktiven Naturschutz gewiesen, der sich nicht darauf beschränkt, auf mögliche Beeinträchtigungen des Naturhaushalts zu reagieren. Gemäß dem Auftrag aus der bayerischen Verfassung richtet sich die Aufforderung zur Umsetzung der ABSP-Ziele nicht nur an Behörden, Kommunen und Verbände, sondern an alle Bürger.
 

Eine starke Verankerung in Politik und Recht hat das Thema „Arten- und Biotopschutz“ unter anderem durch:



  • die Regierungserklärung von 1995 (s. StMUV),

  • einen Beschluss des Bayerischen Landtags vom 19. 3. 1996 zur Umsetzung des ABSP (s. Bayerischer Landtag, unter Drucksachennr. 13/04341),

  • die Bayern-Agenda 21, (s. LfU),

  • das Bayerische Naturschutzgesetz,

  • das Regierungsprogramm aus dem Jahr 1998

  • und die Bayerische Biodiversitätsstrategie erfahren.

 

Vereinfacht gesagt sind BayernNetz Natur-Projekte Projekte, die überwiegend dem Naturschutz dienen und mindestens 1 qkm groß sind (mehr zu den Projektkriterien). Derzeit gibt es in Bayern mehr als 380 dieser Naturschutzprojekte. Weitere Projekte sind geplant oder in Vorbereitung. Eine ausführliche Projektliste mit weiteren projektspezifischen Angaben wird regelmäßig auf den Homepages des StMUV (s. StMUV) veröffentlicht. Dabei ist es nicht ausschlaggebend, dass ein Projekt den Titel „Umsetzungsprojekt ABSP“ oder „BayernNetz Natur“ trägt. Viele Projekte - nicht nur der Naturschutzverwaltung - dienen BayernNetz Natur, ohne originär daraus abgeleitet zu sein. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie ist als eine Übersicht über die Vielfalt möglicher Projekte gedacht. Im ganzen Land werden zahlreiche kleinere Naturschutzprojekte mit großem Engagement betrieben. Es soll keineswegs der Eindruck entstehen, dass Projekte, die nicht in der Liste aufgeführt sind, keinen Beitrag zu BayernNetz Natur leisten.

 
Die Realisierung von BayernNetz Natur ist ein sehr komplexes Thema. Dass man es bei der Umsetzung viel mehr mit Menschen als mit Vögeln, Heuschrecken, Orchideen und ihren Lebensräumen zu tun hat, wird oft zu wenig berücksichtigt. Wir leben in Mitteleuropa in einer dichtbesiedelten Kulturlandschaft. Flächenansprüche und Nutzungsinteressen sind eng verflochten. Manche gut gemeinte Projektideen scheitern schon im Ansatz, weil die Betroffenen (Flächeneigner, Pächter, zuständige Behörden, Körperschaften und Institutionen) nicht informiert und eingebunden wurden. Zielkonflikte bei Naturschutzprojekten sind die Regel, nicht die Ausnahme. Größtmögliche Transparenz und umfassende Beteiligung aller Betroffenen in allen Phasen der Planung und Durchführung sind unabdingbare Voraussetzungen für einen erfolgreichen Projektverlauf. Eigentum verpflichtet - auch zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Aber niemand sieht es gerne, wenn „seine” Flächen ohne sein Wissen mit irgendwelchen Planungsinhalten belegt werden, seien sie auch noch so gut gemeint und unverbindlich.
 

Biotope pflegen, gefährdete Arten schützen, neue Lebensräume gestalten - so stellt sich der Naturschutz in den Medien dar, so sieht ihn erfreulicherweise auch die Mehrheit der Bevölkerung. Beseelt von Idealismus würde man gerne oft selbst Hand anlegen, die Hecke pflanzen, die Wiese mähen, den Tümpel ausbaggern. Doch die Hauptarbeit im Naturschutz besteht darin, um Verständnis für die tatsächlichen Bedürfnisse der Natur zu werben, Mitstreiter zu gewinnen und immer wieder mit vermeintlichen Gegnern das Gespräch zu suchen. Das Zwischenmenschliche entscheidet letztendlich noch vor den politischen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen, ob es gelingt, den Verlust an Arten und Biotopen zu bremsen. Dieser Gedanke soll sich durch die folgenden Kapitel ziehen.
Die hier zusammengestellten Hinweise für die Realisierung von Naturschutzprojekten zur Umsetzung von BayernNetz Natur sollen alle Interessierten dazu anregen, Naturschutzprojekte zu initiieren und erfolgreich umzusetzen. Angesichts des breiten Nutzerspektrums und der häufigen Änderungen, z. B. bei den einschlägigen Förderprogrammen, ist dieser Leitfaden nur im Internet verfügbar und wird dort regelmäßig aktualisiert.
Die Hinweise zur Realisierung von BayernNetz Natur-Projekten behandeln die Grundlagen der Projektabwicklung. Die einzelnen Abschnitte (Planung, Organisation, Finanzierung, Vermarktung, Öffentlichkeitsarbeit, Erfolgskontrolle) richten sich v. a. an Personen, die zum ersten Mal ein Naturschutzprojekt auf die Beine stellen wollen (vgl. auch die Check-Liste im Anhang). Dennoch kann wohl auch so mancher „Alte Hase“ noch neue Anregungen finden. In mehreren Anhängen sind Übersichten zu den einschlägigen Förderprogrammen, Bezugsquellen von Arbeitsmaterialien etc. untergebracht.

 
Unser Anliegen ist es, die Hinweise möglichst benutzerfreundlich zu gestalten – wir sind deshalb auf ein „feedback“ der Anwender dringend angewiesen. Bitte teilen Sie uns Ihre Erfahrungen im Umgang mit den Hinweisen mit, machen Sie uns auf neue Aspekte bei der Umsetzung von Naturschutzprojekten aufmerksam, nutzen Sie die Hinweissammlung als Forum zur Erfahrungsweitergabe unter den Praktikern.
 

Für Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sie erreichen uns unter:
Projektgruppe BayernNetz Natur
MR Dr. Rolf Helfrich
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Referat 65
Rosenkavalierplatz 2
81925 München
Tel. 089/9214-3249
E-mail: rolf.helfrich@stmuv.bayern.de


Dipl.-Ing. Stefan Alsheimer
Dipl.-Ing. Nicole Bernhardt
Dipl.-Biol. Brigitte Henatsch
Dipl.-Ing. Reinhold Hettrich
Dr. Jens Sachteleben
Dipl.-Ing. Christine Simlacher
Dipl.-Ing. Jan Vančura
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH
Rosenkavalierplatz 10
81925 München
Tel. 089/1228569-0
E-Mail: info@pan-gmbh.com

 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe BayernNetzNatur:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Stefan Alsheimer), Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Rolf Helfrich)
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