Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  Juni 2020)
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Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

4.3.1 Programme der Naturschutzverwaltung

Das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) wurde zur Vereinfachung des Fördervollzugs mit dem Vertragsnaturschutzprogramm inklusive Erschwernisaugleich (VNP) als "Agrarumweltmaßnahmen" zusammengefasst und in einer gemeinsamen Richtlinie behandelt. Weitere Informationen sind im gemeinsamen Merkblatt und im "Förderwegweiser Agrarumweltmaßnahmen" des StMELF zusammengefasst.



Bayerisches Vertragsnaturschutzprogramm inkl. Erschwernisausgleich (VNP)


Grundlage

Gemeinsame Richtlinien der Bayerischen Staatsministerien für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (StMELF) und für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) zur Förderung von "Agrarumwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen" (AUM) in Bayern zum Fördervollzug des Vertragsnaturschutzprogramms inkl. Erschwernisausgleich (VNP) und des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) vom 30. Dezember
2019 (Gz. G4-7292-1/1374) in der aktuellen Fassung.


Gegenstand der Förderung

Naturschonende Bewirtschaftungsweisen und Pflegemaßnahmen zur Sicherung und Entwicklung ökologisch wertvoller Lebensräume wie Feuchtflächen, Mager- und Trockenstandorte und naturschutzfachlich bedeutender Kulturlandschaftsbiotope (Streuobstbestände, Hecken, Teiche, Weinberge, Ranken, Raine), insbesondere als Lebensgrundlage von Pflanzen- und Tierarten. Neue Inhalte des VNP sind nach der Fortschreibung der Agrarumweltmaßnahmen 2018 eine erfolgsorientierte Honorierung der Grünlandbewirtschaftung oder flexiblere Bedingungen beim Erschwernisausgleich. Die Beweidung mit Ziegen wird ebenso zukünftig (als eigene Maßnahme) gefördert. Durch die Änderung des Bayerischen Naturschutzgesetzes infolge des Volksbegehrens "Artenvielfalt und Naturschönheiten in Bayern - Rettet die Bienen" ergeben sich ab 2020 weitere Änderungen bzgl. der Förderung. So ist entlang natürlicher oder naturnaher Bereiche fließender oder stehender Gewässer (ausgenommen künstliche Gewässer im Sinne von § 3 Nr. 4 des Wasserhaushaltsgesetzes und Be- und Entwässerungsgräben im Sinne von Art. 1 des Bayerischen Wassergesetzes) in einer Breite von mindestens 5 m von der Uferlinie die garten- oder ackerbauliche Nutzung verboten (Gewässerrandstreifen), eine Grünlandnutzung ist weiterhin möglich. Auf staatlichen Flächen an Gewässern 1. und 2. Ordnung beträgt die Breite des Gewässerrandstreifens 10 m. Zusätzlich zum Verbot der garten- und ackerbaulichen Nutzung ist dort auch der Einsatz und die Lagerung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln untersagt. Weiterhin gilt auf Grünlandflächen ab 1 ha Größe künftig das Verbot der Mahd von außen nach innen, auf diesen Flächen ist also die Maßnahmen "Tierschonende Mahd" nicht mehr förderfähig. Die aktuellen Fördermöglichkeiten können der Maßnahmenübersicht VNP entnommen werden.


Zuwendungsempfänger
Selbstbewirtschaftende landwirtschaftliche Unternehmer sowie Landwirte, Zusammenschlüsse von Landwirten und sonstige Landbewirtschafter (z. B. Teichwirte, Jagdgenossenschaften) mit einer Bewirtschaftungsfläche von mindestens 0,3 ha, anerkannte Naturschutzverbände, Landschaftspflegeverbände und andere Verbände/Vereine zur Förderung von Naturschutz und Landschaftspflege.


Förderhöhe
Die Hektarsätze für die einzelnen Maßnahmen können im Detail dem Merkblatt zu Agrarumweltmaßnahmen entnommen werden. Die Tab. 5 und Tab. 6 geben die Fördersätze für die Extensivierung der Grünland- und Ackernutzung im Vergleich zum Kulturlandschaftsprogramm wieder. Bei den Wiesentypen D (Magerrasen und Heiden) und E (Streuwiesen) können Einschränkungen beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln nicht honoriert werden. In Tab. 7 sind die Fördermöglichkeiten für die Teichwirtschaft zusammengestellt. Die Förderung für die Bereitstellung von Flächen für agrarökologische Zwecke ist derzeit nicht möglich.


Fördervolumen
50 Mio. € (2019).


Gebietskulisse
Der Gültigkeitsbereich des VNP beschränkt sich im Wesentlichen auf Flächen, die nach Art. 23 des BayNatSchG geschützt sind (ohne Wälder) bzw. auf Flächen in den Nationalparken, auf schutzwürdige Flächen in Biosphärenreservaten, in Naturschutzgebieten, in FFH- und SPA-Gebieten sowie auf Wiesenbrüter-Kerngebiete, Naturdenkmäler, Geschützte Landschaftsbestandteile und Grünbestände sowie auf in der Biotopkartierung erfasste Flächen und Flächen mit FFH-Lebensraumtypen und -Arten. Vorrang haben Maßnahmen auf der Grundlage qualifizierter naturschutzfachlicher Konzepte und Pläne, insbesondere in Natura 2000-Gebieten (FFH- und SPA-Gebiete) und in BayernNetzNatur-Projektgebieten.


Antragsunterlagen
Bewirtschaftungsverträge können innerhalb des jährlich festgelegten Antragszeitraums über die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) beantragt werden (s. Antragsunterlagen). Die fachliche Rahmenkompetenz liegt nach wie vor bei der unteren Naturschutzbehörde.

 

Tab. 6: Extensivierung der Grünlandnutzung (Wiesennutzung): Vergleich KULAP (B) und Vertragsnaturschutzprogramm (H) bzw. Erschwernisausgleich (F)

Förderbetrag in €/ha x Jahr

Beim Vertragsnaturschutzprogramm kann sich der Betrag durch erhöhten Arbeits- und Maschinenaufwand je nach Einzelkriterium um 20 – 680 €/ha erhöhen (W02-07, W08-17). Informationen siehe AUM-Merkblatt (s. VNP).

x = bei einer Viehdichte von max. 1,00 GV/ha Hauptfutterfläche (HFF) im gesamten Betrieb (B19), mit Verzicht auf Mineraldünger und flächiges Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln (PSM)

 

Einschränkung Schnittzeitpunkt
ohne 1.6. 15.6. 1.7. 1.8. 1.9. bis 14.6/ab 1.9.
ohne Zusatzleistungen
-
230
(H21)
320
(H22/F22)
350
(H23/F23)
375
(H24/F24)
425
(H25/F25)
390 (H26/F26)
ohne jegliche Düngung + chem. PSM (Zusatzleistung N21): +150 €/ha
350
(H27)
380
470
500
- - 540
ohne Mineraldünger, organ. Dünger (außer Festmist) + PSM (Zusatzleistung N22): +90 €/ha
- 320
410
440
- - 480
ergebnisorientierte Grünlandnutzung (Erhaltung von 6 Kennarten)
320
(H30)
- - - - - -
Erhalt artenreicher Grünlandbestände 250
(B40)
- - - - - -
Nutzungsverbot (inkl. Mulchen) von Wiesen vor dem 01.07. 250
(B41)
- - - - - -
ohne mineral. Dünger + chem. PSMX 220
(B19)
- - - - - -
 

Tab. 7: Extensivierung der Ackernutzung: Vergleich KULAP (B) und Vertragsnaturschutzprogramm (H)

Förderbetrag in €/ha x Jahr

w = Erhöhung um 30–220 € bei erhöhtem Arbeits- und Maschinenaufwand (W01–W06). Auf Streuobstäckern wird zudem der Erhalt von Streuobstbäumen unter Verzicht auf Beseitigung von stehenden Totholzbäumen oder absterbenden Bäumen bis zu einem Maximalbetrag von 1.200 € gefördert (W07).

x = Höhe der Förderung abhängig von der Ertragsmesszahl (EMZ): EMZ bis 2500: 245 €/ha (H12), EMZ 2501 – 3500: 445 €/ha (H13), EMZ ab 3501: 700 €/ha (H14)

 

 ohne Einschränkung
Düngung
Verzicht auf
Gülle und Mineraldüngungjegliche Düngung und PSM
Extensive Ackernutzung für Feldbrüter und Ackerwildkräuter; Verzicht auf den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel und auf mechanische und thermische Unkrautbekämpfung; Bewirtschaftungsruhe nach der Saat im Frühjahr bis einschl. 30.06. eines Jahres 420
(H11)
550
(H11 + N12)w
600
(H11 + N11)w
Stoppelbrache (Erhalt bis 15.9. in mind. 3 Jahren des 5-jährigen Verpflichtungszeitraums) 130
(H15)
   
Extensive Ackernutzung für Feldbrüter und Ackerwildkräuter sowie Stoppelbrache 520
(H11 + W05)w
650
(H11 + N12 + W05)w
700
(H11 + N11 + W05)w
Brachlegung auf Acker mit Selbstbegrünung aus Artenschutzgründen (Bewirtschaftungsruhe 15.3. bis einschließlich 31.8.)
245/445/700
(H12-H14)x
   
Umwandlung von Acker in Grünland entlang von Gewässern und sonstigen sensiblen Bereichen 370
(B28)
Umwandlung von Acker in Grünland in der Gebietskulisse Moore 570
(B29)
Dauerhafte Einsaat bzw. Beibehaltung eines 6 bis 30 m breiten Grünlandstreifens entlang von Gewässern oder zum Bodenschutz in Geländemulden oder auf erosionsgefährdeten Hangflächen; Verzicht auf jegliche Düngung, flächendeckenden chem. Pflanzenschutz und jegliche Bodenbearbeitung; mind. einmal im Jahr Mahd, Beweidung oder Mulchen
   920
(B34)
Jährlich wechselnde Blühflächen; die Förderfläche ist jährlich neu mit Saatgut gemäß der „Qualitätsblühmischungen Bayern“ (QBB) einzusäen.

600
+ 15y

(B47)

   
Blühflächen an Waldrändern und in der Feldflur; die Förderfläche ist im Frühjahr des ersten Verpflichtungsjahres mit Saatgut gemäß der „Qualitätsblühmischungen Bayern“ (QBB) einzusäen. Während des Verpflichtungszeitraums ist weder ein Befahren, Bearbeiten noch eine Nutzung zulässig.

600
+ 15y

(B48/B61)

   
 

Tab. 7: Zusammenstellung der Förderung der Extensivierung der Teichwirtschaft durch Vertragsnaturschutzprogramm (VNP)

€/ha x Jahr; ein erhöhter Arbeits- und Maschinenaufwand kann nicht mehr zusätzlich gefördert werden. Die maximale Prämienhöhe beträgt 730 € (s. Details).

 

Vollständiger Nutzungsverzicht in Teichen (H45) Kombination mit folgenden Zusatzleistungen möglich:

W20: Sömmerung
oder
W21: Bespannung vom 01.03. - 15.09. und schnelle Wiederbespannung
Förderung ökologisch wertvoller Teiche (mit Verlandungszone):
  • Variante 1 (H41, H43): Besatzvorgaben werden durch die uNB festgelegt; Zufütterung mit Getreide u. Leguminosen zulässig; Abfischen jährlich bis zum 30.4. des Folgejahres.
  • Variante 2 (H42, H44): Verzicht auf Zufütterung (keine Besatzvorgaben)

nach Anteil der Röhrichtzone (% der Teichfläche)
H41, H42
bis 25 %
H43, H44
ab 25 %
720
- 640 690
30 (W20) 670 720
40 (W21) 680 730
 

Vertragsnaturschutzprogramm Wald


Grundlage:
Richtlinien über Zuwendungen nach dem Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm Wald (VNPWaldR 2015) der Bayerischen Staatsministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) und für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) über Bewirtschaftungsverträge des Naturschutzes und der Landschaftspflege auf forstwirtschaftlich nutzbaren Flächen in der Fassung der Bekanntmachung vom 20. Oktober 2014, Az.: 64i-U8633-2014/7-12 und F2-7752.4-1/39, AllMBl. S. 517, 524.


Gegenstand der Förderung:
Zweck der Zuwendung nach VNP WaldR 2015 ist es, in Wäldern im Sinn von Art. 2 BayWaldG die Vielfalt an Arten und Lebensräumen unter besonderer Berücksichtigung der dort vorkommenden geschützten bzw. gefährdeten Arten und der Arten, für die Bayern eine besondere internationale Schutzverantwortung hat, durch Fortsetzung oder Wiedereinführung naturschutzspezifischer Bewirtschaftungsweisen zu erhalten und zu entwickeln, die Entwicklung des Biotopverbunds Bayern – BayernNetzNatur – zu unterstützen und zu fördern, Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse gemäß Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG (FFH - Richtlinie) und die Populationen wildlebender Tier- und Pflanzenarten gemäß Anhang II und IV der FFH-Richtlinie sowie der gemäß Anhang I der Richtlinie 2009/147/EG (Vogelschutzrichtlinie) geschützten Vogelarten zu erhalten und zu entwickeln und damit zum Aufbau des europäischen ökologischen Netzes Natura 2000 beizutragen.


Zuwendungsempfänger:
Private und körperschaftliche Waldbesitzer und Rechtler sowie Pächter mit Einverständniserklärung des/der Eigentümer; bei überbetrieblich durchgeführten Maßnahmen auch von Waldbesitzern beauftragte Vereine, Verbände (z. B. anerkannte Naturschutzvereine gemäß § 3 des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes und Landschaftspflegeverbände gemäß Art. 5 Abs. 2 BayNatSchG) und Vereinigungen von Waldeigentümern sind als Maßnahmenträger antragsberechtigt.


Förderhöhe:
Waldumweltmaßnahmen (5-jährige Zahlung) und nichtproduktive Investitionen (Einmalzahlung); Details und die aktuelle Vergütung für die einzelnen Maßnahmen können den Richtlinien entnommen werden.


Fördervolumen:
ca. 2,2 Mio. € (2012; Bayer. Agrarbericht 2014)


Gebietskulisse:
Schutzgebiete, die gemäß Kap. 4 Abschnitt 1 BNatSchG (insbes. NSG, Naturparke, LSG), gesetzlich geschützte Biotope nach Art. 23 BayNatSchG, Natura 2000-Gebiete (auch LRT nach Anhang I der FFH-RL, außerhalb Natura 2000-Gebieten) und Biotopverbundprojekte (BayernNetzNatur) sowie weitere Flächen wie Biberlebensräume oder Stockausschlagswälder.


Antragsunterlagen:
Zuständig für die Antragstellung und Bewilligung ist das jeweilige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten; die untere Naturschutzbehörde prüft die naturschutzrechtlichen und fachlichen Voraussetzungen für die Bewilligung.

 

 


Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien (LNPR)

Grundlage:
Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen des Natur- und Artenschutzes, der Landschaftspflege sowie der naturverträglichen Erholung in Naturparken (Landschaftspflege und Naturpark-Richtlinien–LNPR) vom 16. Januar 2014 (Az.: 64e-U8634-2014/1-1). Die Richtlinien wurden im März 2020 ergänzt bzw. geändert (Liste der Änderungen)

Gegenstand der Förderung:
Im Rahmen der LNPR findet im Gegensatz zum Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) keine flächenbezogene Zuwendung auf der Grundlage eines Vertrages mit speziellen Bewirtschaftungsvereinbarungen statt (Förderung nach festen Hektarsätzen), sondern eine Anteilfinanzierung zu den tatsächlich entstandenen Kosten einer Einzelmaßnahme.


Durch die Förderung i.R.v. LNPR soll/sollen u. a.:



  • ökologisch wertvolle Lebensräume entwickelt, erhalten und gepflegt sowie sowohl in der reien Ntur als auch im Siedlungsbereich neu geschaffen und ein europäisches („Natura 2000") und landesweites Biotopverbundsystem („BayernNetz Natur") aufgebaut werden,

  • die biologische Vielfalt (Biodiversität) in ihrer Gesamtheit erhalten und verbessert werden, u.a. auch durch spezielle Artenschutzmaßnahmen für im Bestand gefährdete heimische Tier- und Pflanzenarten einschließlich kommunaler Maßnahmen,

  • Flächen bzw. die Rechte an Flächen mit besonderer Bedeutung für den Natur- und Artenschutz erworben bzw. zivilrechtlich gesichert werden - sofern eine anderweitige Sicherung nicht möglich ist,

  • Vorhaben durchgeführt werden, die dem Klimaschutz dienen, insbesondere Projekte zum Schutz der Moore (Masterplan Moore) sowie Verständnis und Akzeptanz von Landschaftspflegemaßnahmen durch geeignete Öffentlichkeitsarbeit gefördert werden.



Zuwendungsberechtigte Maßnahmen der Landschaftspflege- und Naturparkförderung sind investive bzw. besondere Biotoppflegemaßnahmen.Dazu gehören beispielsweise das Entbuschen von ehemaligen Schafhutungen vor erneuter Beweidung, die Anpflanzung von Hecken, Feldgehölzen und Streuobstbeständen, die Erhaltung, Optimierung oder Neuanlage von Nahrungs-, Nist-, Brut- und Laichplätzen für Amphibien, Fledermäuse oder den Weißstorch oder die Renaturierung  Mooren. In besonderen Einzelfällen wird der Erwerb von Grundstücken, aber auch Maßnahmen der Besucherlenkung und Umweltbildung wie die Anlage von Lehrpfaden und Informationseinrichtungen in Naturparken und deren mit der Maßnahme verbundenen organisatorischen Kosten gefördert (s. Tabelle in Kap. 4.3).


Zuwendungsempfänger:
Kommunale Körperschaften und deren Zusammenschlüsse, Träger der Naturparke, Landschaftspflegeverbände, Vereine oder Organisationen, die sich satzungsgemäß dem Naturschutz und der Landschaftspflege widmen, sowie Eigentümer oder Besitzer der für Maßnahmen vorgesehenen Grundstücke. 


Förderhöhe:
Unter Berücksichtigung des Vorhabens, der finanziellen Leistungsfähigkeit des Zuwendungsempfängers, der Finanzierungsbeteiligung Dritter und etwaiger besonderer Erschwernisse können Zuwendungen in Form einer Anteilsfinanzierung bis zu einem Fördersatz von 70% der förderfähigen Gesamtkosten gewährt werden. In begründeten Ausnahmefällen (z. B. innerhalb von Naturschutz- oder Natura2000-Gebieten, zum Aufbau eines Biotopverbunds insbesondere im Rahmen von BayernNetz Natur-Projekten, beim Vorkommen der in den „Roten Listen" genannten stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einschließlich ihrer Lebensräume) können höhere Zuwendungen bis maximal 90% gewährt werden. Durch Kofinanzierung mit INTERREG-Mitteln (s. Kap. 4.3.5) kann der Trägeranteil reduziert werden. Es ist jedoch darauf zu achten, dass in jedem Fall eine angemessene Beteiligung des Maßnahmenträgers erfolgt (mind. 10%). Eigenleistungen können als Eigenanteil angerechnet werden.


Die Bagatellgrenze der zuwendungsfähigen Gesamtkosten liegt bei 2.500 Euro. Maßnahmen wie z.B. die Anlage von Kleingewässern, Feldgehölzen, Streuobstwiesen, Alleen etc. mit Gesamtkosten unter 2.500 Euro können evtl. über sogenannte Kleinstmaßnahmen gefördert werden.


Fördervolumen:
In den Jahren 2007 bis 2013 wurden jährlich im Durchschnitt bis zu 13 Millionen Euro, inklusive der EU-Mittel, ausbezahlt; das entspricht einer Förderung von etwa 2.500 Maßnahmen pro Jahr.


Gebietskulisse:
Zuwendungen werden für Maßnahmen gewährt, die folgende Flächen betreffen:



  • Gebiete des Europäischen ökologischen Netzes Natura 2000;

  • Flächen, die zum Aufbau des landesweiten Biotopverbunds BayernNetz Natur beitragen;

  • Flächen im Masterplan Moore

  • Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (Ramsar-Konvention);

  • Naturparke, Biosphärenreservate ;

  • Flächen und Einzelbestandteile der Natur, die in der Kartierung schutzwürdiger Biotope erfasst oder die Lebensräume von Pflanzen- und Tierarten der „Roten Listen" sind. Hierzu gehören auch Flächen im Siedlungsraum und kommunale Flächen, die für das Naturerlebnis von besonderer Bedeutung sind und erst durch die geplante Maßnahme zu einem ökologisch wertvollen Lebensraum für Pflanzen- und Tierarten werden.


Die höheren Naturschutzbehörden (Bewilligungsbehörden) können im Einzelfall Ausnahmen zulassen.


Antragsunterlagen:
Anträge sind über die zuständige Kreisverwaltungsbehörde (untere Naturschutzbehörde der Landkreise bzw. kreisfreien Städte) an die betreffende Bezirksregierung als Bewilligungsbehörde (höhere Naturschutzbehörde), unter Beigabe der für eine Beurteilung notwendigen Unterlagen, zu stellen. Anträge für das Naturparkprogramm können beim jeweiligen Naturparkverein gestellt werden. Bereits begonnene Maßnahmen können nicht mehr gefördert werden.

 

 

Bayerischer Naturschutzfonds

Grundlage:
Förderrichtlinien des Bayerischen Naturschutzfonds vom 1. 7. 1999 in Verbindung mit ergänzenden besonderen Regelungen des Kriterienkatalogs für Rahmenkonzepte, des Förderkonzepts "Besonders bedrohte Tier- und Pflanzenarten in Bayern" (vgl. Anhang) und der Fördergrundsätze für die zivilrechtliche Sicherung von Biberlebensräumen (vgl. Anhang).

Gegenstand der Förderung:
− Erwerb oder Pacht und sonstige zivilrechtliche Sicherung von Flächen und Rechten
− landschaftspflegerische, biotoplenkende und neuschaffende Maßnahmen
− anwendungsorientierte Naturschutzforschung
− Fachplanungen und Fachkonzepte
− Gebietsbetreuung und Projektmanagement
− Fachveröffentlichungen
− Anstöße zum Aufbau dauerhaft umweltgerechter Nutzung in Naturschutzschwerpunktgebieten
− sonstige Vorhaben
− kombinierte Vorhaben (z. B. Naturschutzgroßprojekte)

Zuwendungsempfänger:
Kommunale Gebietskörperschaften, anerkannte Naturschutzverbände u.a.

Förderhöhe:
Die Förderung erfolgt durch die Gewährung von Zuschüssen und Darlehen. Als Anteilfinanzierung betragen die Zuschüsse 50 – 90 %. Der Regelfördersatz beträgt 50 %. Im Rahmen des Förderkonzeptes "Besonders bedrohte Tier- und Pflanzenarten in Bayern" (vgl. Anhang), der "Fördergrundsätze für die zivilrechtliche Sicherung von Biberlebensräumen" wird ein Fördersatz von 75 % gewährt. Bei Naturschutzgroßprojekten der Stiftung beträgt der Fördersatz in der Regel 75 %. Für die Entscheidung über die Förderung ist grundsätzlich ein Rahmenkonzept erforderlich (vgl. Anhang). In diesen Fällen kann ein Projektvorantrag in Verbindung mit einem Antrag auf Förderung eines Rahmenkonzeptes gestellt werden. Bei Verbänden, Vereinen und sonstigen juristischen Personen des privaten Rechts erhöht sich der Fördersatz um 10 %.

Fördervolumen:
ca. 4,5 Mio. € jährlich (ab 2007) aus Privatisierungserlösen der Offensive Zukunft Bayern, aus Zweckerträgen der ”Glücksspirale" und aus Erträgen des eigenen Stiftungsvermögens.

Gebietskulisse:
keine

Antrag:
Ein Antrag gemäß dem "Merkblatt für die Antragstellung" (s. Anhang) bzw. dem "Kriterienkatalog für Rahmenkonzepte" (s. Anhang) ist über die untere bzw. höhere  Naturschutzbehörde beim Naturschutzfonds zu stellen. Das Antragsformular steht auf der Seite der Stiftung zur Verfügung.

 

 


Förderung von Umweltstationen

Grundlage:
Grundsätze für die Förderung von Umweltstationen nach der Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit vom 19. September 2014 (Az.: 66-U8044-2014/117).

Förderhöhe und Gegenstand der Förderung:
Bis zu 70 % der zuwendungsfähigen Kosten für die Errichtung und den Betrieb von Umweltstationen, insbesondere:



  • Ausgaben für die Erstausstattung bzw. die Ergänzung und den Ersatz der Ausstattung (z. B. Bibliothek, Geräte, Mobiliar, Büroausstattung)

  • projektbezogene Ausgaben für den Betrieb einer Umweltstation (Personal- und Sachkosten für die Vorbereitung und Durchführung einzelner Projekte, projektbezogene Gemeinkosten, die Kosten für die Auswertung und Dokumentation vorgenannter Projekte)


Werden noch bei anderen Stellen Mittel beantragt, muss der Eigenanteil des Trägers mindestens 10 % betragen. Die förderfähigen Gesamtkosten müssen mindestens 10.000 € betragen (Bagatellgrenze). Hierzu gibt es Ausnahmen wie etwa Ersatzbeschaffungen defekter Geräte (s. Richtlinie).

Zuwendungsempfänger:
Träger von bestehenden oder im Aufbau befindlichen vom StMUV anerkannten Umweltstationen. Die Umweltstation muss mindestens eine hauptamtliche wissenschaftliche Kraft beschäftigen.

Fördervolumen:
1,45 Mio. €/Jahr (2007, 2008).

Gebietskulisse:
entfällt

Antrag:
Die Antragsunterlagen stehen auf der Internetseite Umweltbildung.Bayern zur Verfügung und der Förderantrag ist an die zuständige Bezirksregierung zu stellen.


Beispiele:
− Handbuch Umweltbildungseinrichtungen (ANL)
− Ausstattung eines Lehrsaals (Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern)
− Grundausstattung Kindererlebnismuseum Lindenhof (LBV)
− Einrichtung eines ökologischen Lehrpfades (Umweltstation Würzburg)
− Ausstattung mit Mobiliar und technischen Geräten sowie Multimedia-Terminals (Infozentrum Naturpark Altmühltal).

 

 


Allgemeiner Umweltfonds

Grundlage:
Grundsätze für die Förderung der Intensivierung der Umweltbildung in Bayern aus Zinserlösen des Allgemeinen Umweltfonds mit der Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit vom 19. Februar 2009.

Förderhöhe und Gegenstand der Förderung:
Anteilsfinanzierung durch zweckgebundene Zuschüsse von Projekten, die der Intensivierung der Umweltbildung in Bayern dienen, z. B. Modelle für neue Wege und Methoden zur Verstärkung der Umweltbildung, Initiierung und Konkretisierung neuer Umweltbildungsangebote in der Erwachsenen, Kinder und Jugendbildung. Projektbezogene Personal-, Sach-, Betriebs- und Investitionsausgaben, die der Durchführung von Umweltbildungsmaßnahmen dienen, werden mit bis zu 70 % der zuwendungsfähigen Kosten gefördert. Bagatellgrenze 5.000 €.

Zuwendungsempfänger:
Kommunen, Vereine, Verbände, kirchliche Einrichtungen oder ähnliche, gemein nützig tätige juristische Personen.

Fördervolumen:

ca. 320.000 € p.a. (Stand 2007, 2008)


Gebietskulisse:
entfällt

Antrag:
Die Antragsunterlagen stehen auf der Internetseite Umweltbildung.Bayern zur Verfügung und der Förderantrag ist an die zuständige Bezirksregierung zu stellen.

 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe NaturVielfaltBayern:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Peter Boye)
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