Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  August 2018)
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Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

6.1 Zielgruppen

Wichtigste Vorüberlegung für jede Art von Öffentlichkeitsarbeit ist die Festlegung der Zielgruppe, die angesprochen werden soll. Die Zielgruppe ist ausschlaggebend für die Art und Weise der Gestaltung, den Inhalt, den Umfang und die Wahl der Mittel.



Informationen sowie Beteiligungsmöglichkeiten für Engagierte
Bereits engagierte Personen sind in der Regel eine sehr wichtige Zielgruppe: Zum einen ist ihr Engagement unabdingbar für das Gelingen eines Projektes, zum anderen spielen sie eine wichtige Rolle als Meinungsführerinnen und -führer mit Vorbildfunktion. Sie sollten als Partner und Verbündete gesehen werden, die von der Notwendigkeit der Aktivitäten für den Naturschutz nicht mehr überzeugt werden müssen. Ihnen können auf Fachveranstaltungen spezifische Informationen angeboten, neue Forschungsergebnisse vorgestellt und Erfolge bzw. Defizite der Naturschutzarbeit präsentiert werden. Wichtig ist, dass das Engagement dieser Personen gerade in der Öffentlichkeitsarbeit entsprechend gewürdigt wird. Es sollten auch weitere Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie sich diese Personengruppe aktiv engagieren und einbringen kann.


Anreiz und Aufklärung für Interessierte
Interessierte Personen sind empfänglich für Information und Aufklärung zu geplanten Naturschutzvorhaben. Über verschiedene Medien (Print, Online) sollte versucht werden, diese Personen anzusprechen und in die Planungen einzubeziehen. Gute Erfahrungen wurden auch mit Exkursionen, öffentlichen Begehungen und Diskussionsveranstaltungen für diese Zielgruppe gemacht.



Emotionale Ansprache für Gleichgültige
Dem Naturschutz gegenüber gleichgültig eingestellte Personen sind eine schwierige Zielgruppe für die Öffentlichkeitsarbeit im Naturschutz. Es sollte gut überlegt werden, ob Aufwand und Nutzen im Verhältnis stehen, bevor viel Energie in entsprechende Kommunikationsaktivitäten gesteckt wird. Wenn ja, dann lassen sich durch die Ansprache von Emotionen und Sinnen (z. B. landschaftliche Schönheit, Aha-Erlebnisse oder regionale Identifikation) vergleichsweise gute Erfolge erzielen. Auch größere Veranstaltungen wie Märkte oder Feste können dazu dienen, Menschen anzusprechen, die dem Naturschutz gegenüber bisher eher gleichgültig eingestellt sind.



Persönlicher Kontakt für kritisch Eingestellte
Kritisch eingestellte Personen und Gruppierungen sind neben den Engagierten die wichtigste Zielgruppe in der Öffentlichkeitsarbeit eines Projektes. In der Regel handelt es sich um Grundeigentümer/innen oder Vertreter/innen bestimmter Nutzergruppen, die wirtschaftliche Beschränkungen befürchten. Kritisch Eingestellte dürfen nicht mit naturschutzfachlichen Anforderungen überrumpelt werden, evtl. vorhandene Ängste müssen besprochen und ernst genommen werden. Ganz wichtig ist, dass gerade die in aller Regel eher kritisch eingestellten Grundeigentümer bereits im Vorfeld über geplante Maßnahmen informiert werden und nicht erst über die Presse davon erfahren. In der Vergangenheit wurden gute Erfahrungen mit Vor-Ort-Begehungen gemacht. Hilfreich können zudem öffentliche Exkursionen sein, bei denen betroffene Personen erfolgreich durchgeführte Naturschutzmaßnahmen kennenlernen und sich mit anderen austauschen können. Außerdem sollte bereits im Vorfeld überlegt werden, welche Möglichkeiten für einen wirtschaftlichen Ausgleich angeboten werden können (z. B. Naturschutzprogramme). Entscheidend ist letztendlich der persönliche Kontakt: nur so können Vorurteile abgebaut und die Kritiker am Ende für Aktionen und Mitarbeit gewonnen werden.



Lernen und Spaß für Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendgruppen sind leicht zu begeistern und mit Aktionen gut zu erreichen, bei denen sie selbst etwas ausprobieren und unmittelbar erleben können. Sie stehen den Phänomenen der Natur sehr aufgeschlossen und wissbegierig gegenüber. Um diese Zielgruppe zu erreichen, muss man die Natur „greifbar“ und erlebbar machen und anschaulich erklären. Eine projektbezogene Öffentlichkeitsarbeit sollte sich nicht auf engagierte Kreise (z. B. Jugendgruppen der Naturschutzverbände) beschränken, sondern schon im Kindergarten oder im Schulunterricht ansetzen. Kindergärten und Schulen sind häufig dankbar, wenn ihnen die Möglichkeit geboten wird, im Rahmen von Biologiestunden oder Projekttagen Aktionen zu veranstalten. Ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit mit Grundschulen ist das „Grüne Klassenzimmer“, das von der Stadt München regelmäßig im Aubinger Moos durchgeführt wird. Die Stiftung KulturLandschaft Günztal bietet für Kindergärten, Schulen und Freizeitgruppen die sogenannte „Wasserschule Günztal“ an: An Lernorten in der Natur können die Kinder Wasserlebensräume erforschen und erleben. Außerhalb des schulischen Rahmens werden auch Wochenendfreizeiten oder die Freizeitangebote von Umweltstationen von Kindern und Jugendlichen gerne angenommen.

 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe NaturVielfaltBayern:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Peter Boye)
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