Von der Idee zum Projekt -
Ein Leitfaden zur Umsetzung von Projekten
im BayernNetzNatur
(letzte Änderung des Seiteninhalts:  August 2018)
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Leitfaden zur Umsetzung von Projekten im BayernNetzNatur (letzte Änderung: Juli 2009)

6.3 Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit

Folgende Instrumente werden in der Öffentlichkeitsarbeit von Naturschutzprojekten regelmäßig eingesetzt:


Homepage
Für größere Projekte ist es in jedem Fall sinnvoll, eine Internet-Präsenz zu erstellen. Doch auch bei kleineren Projekten ist es hilfreich, wenn diese online auffindbar sind. In diesen Fällen ist beispielsweise eine Darstellung der wichtigsten Eckpunkte auf der Homepage des Projektträgers denkbar. Ein gutes Beispiel, wie Öffentlichkeitsarbeit mit Hilfe von Sponsoringpartnern realisiert werden kann, zeigt die Homepage zum Projekt „Biotopverbund Günztal“: Eine Medienagentur sponserte die Erstellung, Betreuung und regelmäßige Aktualisierung der Homepage und eine Online-Computerfirma stellt die Technik zur Verfügung. So können sowohl das Projekt als auch die Firmen für sich werben.
Eine relativ einfache und kostengünstige Variante ist der Einsatz von Weblogsoftware zur Erstellung von Homepages. Mit Anwendungen wie WordPress oder Wix lassen sich ohne HTML-Programmierkenntnisse moderne und ansprechende Internetauftritte erstellen. Webseiten bieten die Möglichkeit, Informationen über ein Projekt strukturiert darzustellen und in die Tiefe zu gehen. Vorteilhaft gestaltet sich hierbei das unkomplizierte Anlegen von Newseinträgen als Blog, bei der veröffentlichte Beiträge automatisch auf der Webseite eingebunden werden. Eine automatische Veröffentlichung von Beiträgen auf sozialen Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram ist möglich und minimiert den zeitlichen Aufwand. Eine Kommentarfunktion – wenn gewünscht – ermöglicht es außerdem, direkt mit den Zielgruppen ins Gespräch zu kommen. Möchte man nur einen Blog mit regelmäßigen Informationen, Artikeln oder Ankündigungen erstellen, so kann dies z. B. mit Hilfe von Tumblr erfolgen. Für die grafische Gestaltung einer Webseite oder eines Blogs gelten im Prinzip die gleichen Grundsätze wie für Faltblätter und Poster (s. u.).


Pressemitteilung
Als Pressemitteilung wird der Bericht bezeichnet, der an die Redaktion zur Veröffentlichung gegeben wird. Die Berichte sind so zu verfassen, dass sie in der gelieferten Form veröffentlicht werden können. Größere Zeitungen, die ein weiträumigeres Gebiet abdecken, ziehen knappe Meldungen vor. Ist die Pressemitteilung zu lang, wird sie von der Redaktion gekürzt. Das kostet die Redakteure viel Zeit und Mühe und beim Umschreiben können sich inhaltliche oder andere ärgerliche Fehler einschleichen. In Lokalzeitungen werden Berichte schon eher ohne Kürzungen abgedruckt; bestimmte Berichte werden sogar etwas ausführlicher dargestellt.
Insgesamt gilt: Es muss von Beginn an klar sein, um was es geht. Deshalb müssen die wichtigsten Inhalte direkt an den Anfang der Pressemitteilung gestellt werden. Bei der Erstellung einer Pressemitteilung kann man vor Augen führen, dass Journalistinnen und Journalisten im Durchschnitt innerhalb von 12 Sekunden entscheiden, ob sie an einer Pressemitteilung interessiert sind. Dementsprechend interessant und aussagekräftig sollten Schlagzeile, Foto und der erste Satz sein. Zusatzinformationen können in den anschließenden Absätzen dargestellt werden. Insgesamt sollte eine Pressemitteilung jedoch so kurz wie möglich gehalten werden. Das Thema sollte sich im Titel, in der Dokumentenbezeichnung und im Email-Betreff der Pressemitteilung wiederfinden. Der Versand erfolgt heutzutage in der Regel per Mail. Weitere Tipps zur Erstellung einer Pressemitteilung
finden sich hier und im Anhang.
Ein Beispiel für rege Pressearbeit liefert das Juradistl-Projekt in der Oberpfalz – hier werden Informationen über Versammlungen und Beschlüsse, Planungen, Pflegemaßnahmen und Termine mit Politikern in den Lokalzeitungen publiziert und hinterher in einem Pressespiegel zusammenfasst.



Presseinformation
Die Presseinformation wird im Vorfeld zu einer Veranstaltung erstellt und mit knappen Hintergrundinformationen (wesentliche Inhalte und Zusammenhänge in Stichpunkten, Namen, Zahlen) versehen. Darin sollten die Verantwortlichen sowie Aufgabe und Bedeutung eines Projektes, Anlass und Ziel des Termins erwähnt werden. Pressevertreter/innen kommen im besten Fall aufgrund dieser Ankündigung zur Veranstaltung und schreiben ihren Zeitungsartikel dann selbst. Bei der Veranstaltung selbst können den anwesenden Medienvertretern ergänzende Informationen, Projektflyer, Broschüren etc. und auch Bildmaterial (auf CD) überreicht werden, z. B. in einer ansprechend gestalteten und informativen Pressemappe (s. Anhang). Dies empfiehlt sich v. a. bei „großen“ Terminen wie einer Pressekonferenz oder einer Pressefahrt.



Pressekonferenz
Bei einem umfassenden Themenkomplex werden Vertreter/innen der Medien zu einer Pressekonferenz eingeladen. Dieses Format bietet sich insbesondere dann an, wenn ein Thema die Öffentlichkeit sehr bewegt oder es zu Missverständnissen gekommen ist. Dabei kann an einem Beispiel eine Problemlösung öffentlichkeitswirksam demonstriert werden und die Journalisten/innen können Fragen direkt zum Thema stellen. Vorher ist zu prüfen, ob eine Pressekonferenz wirklich nötig ist oder ob möglicherweise eine schriftliche Mitteilung ausreicht.
Wichtige Gründe für eine Pressekonferenz sind:



  • Themen, die Hintergrundinformationen bedürfen

  • Themen, die zusätzliche Fragen erwarten lassen

  • Konfliktfälle, die keine „Mauschelei“ hinter verschlossenen Türen vertragen

  • öffentlichkeitswirksamer Einsatz von Politikern/innen


Mit der Planung sollte zwei bis drei Monate jedoch spätestens vier Wochen vorher begonnen werden! Im Anhang ist eine Checkliste zur Erstellung einer Pressekonferenz enthalten.



Pressefahrt
Eine Pressefahrt ist ein wichtiges Hilfsmittel, um zum Anliegen und Thema der Projektarbeit einen optischen Eindruck beizusteuern. Dieser ist tiefgreifender als die reine Vermittlung von schriftlicher Information und Zusammenhänge bzw. Zielvorstellungen werden so vielleicht besser verstanden. Bei einer Pressefahrt können die Redakteur/innen und Journalist/innen mit Projektmitarbeiter/innen, externen Fachleuten und Kommunalpolitiker/innen zusammentreffen und deren Stimmungen oder Meinungsbilder einfangen. Eine gelungene Fahrt wirkt nachhaltig auf das Stimmungsbild der Pressevertreter/innen, die mit mehr Sach- und Fachwissen nachfolgende Artikel schreiben können.
Vorinformationen sind in diesem Fall besonders wichtig. Der Einladung sollte eine Presseinformation mit einer Übersicht über die eingeladenen Teilnehmer/innen und einem Zeitplan beigelegt werden. Daran kann die Wichtigkeit des Termins von den Medien abgeschätzt werden. Für die Fahrt sollte unbedingt eine Pressemappe zur Verfügung gestellt werden, in der die Dauer der Veranstaltung, die genaue Route und die einzelnen Stationen angegeben werden, an denen etwas gezeigt wird. Zur Vorbereitung müssen ein genauer Zeitplan aufgestellt, Routen abgegangen und Zeiten für Berichte und Fragen eingeplant werden. Dauert die Fahrt mehrere Stunden, sollte ein kleiner Imbiss oder Umtrunk gereicht werden – am besten aus regional erzeugten Produkten, die eine Beziehung zum Projekt haben.

 

Interview
Interviews sind häufig die Basis kleinerer Beiträge für Presse, Rundfunk oder Fernsehen, wobei die Initiative dazu in vielen Fällen von den Journalist/innen oder Redakteur/innen ausgeht. Auch hier gibt es eine Reihe von Grundsätzen, die es zu beachten gilt: Wichtig ist eine gute Vorbereitung auf das Interview. Dies betrifft nicht nur die Inhalte sondern auch das Auftreten und persönliche Erscheinungsbild. Gegebenenfalls kann es hilfreich sein, bereits im Vorfeld einfache und leicht verständliche Sätze für wichtige Kernbotschaften zu formulieren. Auch den richtigen Umgang mit möglicherweise kritischen Fragen bzw. Themen sollte man sich bereits im Vorfeld überlegen. Tipps und Tricks für ein erfolgreiches Interview finden Sie z. B. hier.


Arbeitskreise
Wichtiges Element jeder Projektarbeit sind Arbeitskreise zu verschiedenen Themen. Um zu vermeiden, dass diese zu reinen „Laber-Veranstaltungen“, Debattierclubs oder zum Abnicken bereits gefasster Entscheidungen degradiert werden, empfiehlt es sich, diesen Arbeitskreisen gewisse Entscheidungskompetenzen zu übertragen und sie gut zu strukturieren (Zeit- und Arbeitspläne). Dann können Arbeitskreise über die darin vertretenen Multiplikator/innen entscheidende Beiträge zur Öffentlichkeitsarbeit liefern. Die Anwendung von Moderationstechniken ist dabei oft hilfreich. Tipps für die Moderation finden Sie z. B. hier.


Veranstaltungen
Für Veranstaltungen und andere größere Aktionen sind Kräfte zu bündeln und Ideen für ein Programm zu sammeln. Eine interessante Veranstaltung verlangt Attraktionen und Stände, die viel Vorbereitung und Hilfskräfte benötigen. Unter Einbeziehung der verschiedenen Interessengruppen wie Naturschutz- und Landschaftspflegeverbänden oder Landwirtschafts-, Jagd- und Fischereiverbänden kann ein breites Spektrum an Themen angeboten werden. Wettbewerbe, Spiele, Tiere, Vorträge, Musik und Mitmach-Aktionen sind immer wieder Anziehungspunkte. Insbesondere Jugendliche werden eher durch Aktionen als durch Veranstaltungen mit Vorträgen angesprochen. Diese können durchaus vielfältig sein: Aktive Einsätze bei Biotoppflegemaßnahmen zeigen den Jugendlichen, dass sie etwas bewegen können und bieten zudem Gelegenheiten, Maschinen selbst auszuprobieren. Andere Jugendliche werden durch Exkursionen angesprochen oder interessieren sich stärker für kreative und künstlerische Aktivitäten.
Aufgrund des mit diesen Veranstaltungen verbundenen hohen Aufwands ist es jedoch wichtig, dass diese medienwirksam und auf keinen Fall 0815-Veranstaltungen sind. Außerdem sollten Veranstaltungen ausreichend und am besten über verschiedene Medien und Wege beworben werden.


Führungen (Exkursionen)
Der direkte Kontakt mit der Natur lässt sich am besten durch Führungen im Projektgebiet erreichen. Die Route sollte hinsichtlich der Lebensraumausstattung Abwechslungen bieten, aber auch sinnliche Wahrnehmungen (Düfte, hörens- und sehenswerte Tiere etc.) ermöglichen. Hierbei können je nach Zielgruppe auch Spiele oder Naturbegegnungen angeboten werden. Insidertipps oder außergewöhnliche, vor Ort erzählte Geschichten machen eine Exkursion erst richtig spannend. Für Wanderungen mit Laien oder für Kindergruppen sind andere Schwerpunkte und Effekte zu setzen als bei Fachexkursionen. In jedem Fall sollten bei der Ankündigung der Exkursionen die Zielgruppe sowie weitere Eckdaten (Dauer oder Voraussetzungen wie bspw. körperliche Fitness) angegeben werden. Grundsätzlich gilt: Führungen, bei denen die Teilnehmenden aktiv eingebunden werden und zum Erleben (mit allen Sinnen) angeregt werden, kommen fast immer gut an. Für schlechtes oder unsicheres Wetter sollte ein Alternativprogramm vorbereitet sein.


Faltblätter
Gerade bei der Erstellung von Faltblättern ist die Festlegung der Zielgruppe von sehr großer Bedeutung. Danach richten sich Auflage, Inhalt und Form. Auch für die Gestaltung von Faltblättern gibt es einige Grundregeln, an denen man sich orientieren sollte (siehe unsere Hinweise).
Texte und Bilder sollten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Farbe und Bilder ziehen den Blick auf sich, das Wesentliche sollte dadurch betont werden. Auch „Freiflächen“ sind wichtig – durch sie entstehen Reihung, Rhythmus und Dynamik, und sie bestimmen die Ästhetik des Faltblatts. Die Unterbrechung der Symmetrie und Reihung lenkt den Blick.
Ein übersichtliches und schönes Faltblatt lädt zunächst dazu ein, es zu betrachten, und erst dann wird es gelesen und der Inhalt aufgenommen. In vielen Fällen empfiehlt es sich, bei der Erstellung von Faltblättern auf Profis wie z. B. Graphikdesigner/innen zurückzugreifen.
Jährlich wird eine beschränkte Anzahl an Faltblättern zu BayernNetzNatur-Projekten von der Projektgruppe NaturVielfaltBayern erstellt und auch die Druckkosten werden für eine Auflage von 5000 Stück vom Bayerischen Umweltministerium übernommen. Die bisher erschienenen Faltblätter sind auf der Homepage der
Projektgruppe
zu finden. Sollten Sie Interesse an einem BayernNetzNatur-Faltblatt haben, wenden Sie sich bitte per E-Mail an uns oder rufen Sie uns an.

 

Ausstellungstafeln
Ausstellungstafeln werden meist zu einem bestimmten Anlass erstellt. Die Aufteilung der Themen auf den Tafeln ist davon abhängig, ob es sich nur um die Darstellung eines Projektes handelt oder ob das Projekt in einem Zusammenhang mit anderen Themen steht. Die zu verwendenden Materialien richten sich danach, ob eine feste, einmalige Ausstellung oder eine Wanderausstellung geplant ist. Zuerst muss die Frage abgeklärt werden, ob Tafeln oder Stellwände vorhanden sind, an denen sich das Format und damit die Aufteilung des Plakates ausrichtet. Sollen die Besucher einen guten Eindruck erhalten, dann ist auch ein gewisser technischer Aufwand vonnöten. Bei Ausstellungen für und mit Kindern, sind auch "händisch" montierte oder selbstgemalte Plakate angebracht; sie sind kindgerechter. Die allgemeinen Gestaltungshinweise zu Aufteilung, Bildern, Schrift und Sprache, wie sie für die Faltblatterstellung zusammengefasst sind, gelten hier ebenso.

 

Ausstellung
Hin und wieder bietet sich die Möglichkeit, ein Projekt im Rahmen einer Ausstellung oder eines Events zu präsentieren. Dies kann in Form von mobilen Rollups, stationären Tafeln oder auch Plakaten geschehen – je nachdem, ob eine feste, einmalige Ausstellung oder eine Wanderausstellung geplant ist. Für Wanderausstellungen oder die Projektpräsentation auf wechselnden oder sich zufällig ergebenden Veranstaltungen haben sich Rollups bewährt. Sie sind relativ kostengünstig, gut zu transportieren und vielfältig einsetzbar. Für den einmaligen Einsatz sind auch Papierplakate möglich, hierfür müssen jedoch (Stell-)Wände zur Verfügung stehen, an denen die Plakate gut lesbar angebracht werden können. Für eine Ausstellung, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, sind stabile Tafeln die erste Wahl. Gedruckt auf Alu-Verbund- oder Hartschaumplatten und von einem Profi gestaltet wirken sie professionell.
Folgende Fragen sind vor den weiteren Arbeiten von zentraler Bedeutung: Wird ein Projekt vorgestellt oder steht das Projekt im Zusammenhang mit anderen Themen? Wieviel Platz steht dafür in Form von Tafeln bzw. Rollups zur Verfügung? Sind diese Eckpunkte geklärt, empfiehl es sich Themen(-komplexe) mit Stichpunkten zum Inhalt zu sammeln und dann logisch auf die Tafeln / Rollups zu verteilen. Je abwechslungsreicher und „bunter“ eine Ausstellung konzipiert ist, desto mehr Sinne werden angesprochen. Auch hier gilt: Je mehr die Besucher/innen auch selbst aktiv werden dürfen, desto mehr bleibt im Gedächtnis haften. Spätestens für komplexere Ausstellungen mit beispielsweise Film- und Bildpräsentationen, Tierstimmen oder interaktiven Elementen sollten Profis eingebunden werden, die die Ausstellung konzipieren und umsetzen. Bei Ausstellungen für und mit Kindern, können auch „händisch“ montierte oder von / mit Kindern gemalte Plakate zum Einsatz kommen; sie sind oftmals kindgerechter.
Die allgemeinen Hinweise zu Aufteilung, Bild, Schrift und Sprache, wie sie für die Faltblatterstellung zusammengefasst sind, gelten hier ebenso.

 
 
Ansprechpartner der Projektgruppe NaturVielfaltBayern:
PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH ( Email Dr. Jens Sachteleben, Email Christine Simlacher, Email Nicole Bernhardt, Email Jan Vancura),
StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ( Email  Dr. Peter Boye)
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